Haushalte zahlen im Februar um 1,8 % weniger für Energie als im Vormonat

• Heizöl, Diesel und Superbenzin günstiger als im Vormonat
• Covid-19 drückt den Strombedarf um fast 10 %

 

Hier finden Sie ein kurzes Video (Link auf YouTube) zum aktuellen Energiepreisindex. Wir freuen uns, wenn Sie dieses in die redaktionelle Berichterstattung einbinden

 

Wien, 10. April 2020 – Die Maßnahmen zur Minimierung der Auswirkungen der Corona-Pandemie wirken sich auch auf die Energiebranche aus. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen arbeiten von zu Hause aus, Industriebetriebe fahren ihre Produktion teilweise zurück und das öffentliche Leben ist auf ein Minimum reduziert.

Das hat auch Auswirkungen auf den Strombedarf: Analysen der Österreichischen Energieagentur zeigen, dass dieser im Wochenvergleich (erste Woche der Maßnahmen) um durchschnittlich 8,3 % und im Jahresvergleich um durchschnittlich 9,7 % sank.

Das entspricht etwas mehr als der dreifachen Leistung des letzten Kohlekraftwerkes Österreichs*.


Abbildungen oben: Strombedarf in Österreich Wochenvergleich und Jahresvergleich
(zum Vergrößern auf das Bild klicken)


Energiepreisindex fällt im Februar um 1,8 %

„Während der Verbraucherpreisindex (VPI) im Monatsvergleich um 0,2 % gestiegen ist, lag der Energiepreisindex im Februar um 1,8 % niedriger. Zurückzuführen ist das vor allem auf die gesunkenen Preise der erdölbasierten Produkte Heizöl, Superbenzin und Diesel“, sagt Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur. Im Jahresvergleich zeigen beide Indizes eine ähnliche Entwicklung nach oben: Der VPI ist um 2,2 % und der EPI um 1,5 % gestiegen.

Ruhe vor dem Sturm: Erdöl-Preiskampf und Coronakrise erst im März EPI sichtbar

Direkte Auswirkungen der Corona-Krise auf die österreichischen Energiepreise sind im Februar noch nicht festzustellen. Diese werden erst im Energiepreisindex  (EPI) von März zu beobachten sein. Dies trifft auch auf die Auswirkungen des Preiskampfs Russland und Saudi-Arabien auf dem internationalen Erdölmarkt zu. Die beiden Rohölsorten Brent und WTI, die wichtigsten Referenzsorten für Europa und den USA, sind seit Anfang März auf Talfahrt. Mit Stand 01.04.2020 befand sich der Preis für ein Barrel Rohöl Brent bei 19,07 $ und für ein Barrel WTI bei 14,10 $. Derart niedrige Preise für WTI wurden das letzte Mal vor 21 Jahren beobachtet. „Die niedrigen Preise auf den Erdölmärkten sind einerseits darauf zurückzuführen, dass die OPEC und Russland ihre vereinbarten Förderbeschränkungen aufgekündigt haben, das Erdölangebot also gestiegen ist. Andererseits bricht die Nachfrage in Folge der Covid-19 Krise ein: Betriebe drosseln ihre Produktion oder stellen sie komplett ein, der Flugverkehr ist zum Erliegen gekommen und auch der Autoverkehr stark zurückgegangen“, erklärt Traupmann diese Entwicklung. Dieser Preisverfall werde sich natürlich bei den Endkunden bemerkbar machen, zudem die Preise von erdölbasierten Produkten bereits im Februar nachgaben.


Abbildung 3: Preisentwicklung erdölbasierter Produkte Year-to-Date

Superbenzin, Diesel und Heizöl günstiger

Den stärksten Preisrückgang unter den Erdölprodukten verzeichnete Heizöl. Sein Preis ist im Februar gegenüber dem Jänner 2020 um 8 % gesunken. Eine ähnliche Größenordnung zeigt sich im Vergleich gegenüber dem Februar 2019: Der Heizölpreis lag hier um 7,6 % niedriger. Superbenzin ist gegenüber dem Vormonat um 2,3 % gesunken, Diesel um 3 %. Im Jahresvergleich war Superbenzin um 2,9 % teurer, Diesel hingegen um 1,3 % günstiger.

Strom, Gas und Fernwärme im Monatsvergleich stabil

Bei Strom, Gas und Fernwärme zeigt sich im Monatsvergleich keine Preisänderung. Im Jahresvergleich steigt der Preis von Strom um 6,3 % (Details zu den Strompreisen im Jänner EPI) und von Fernwärme um 0,7 %. Einzig die Gaspreise waren im Vorjahr um 0,7 % niedriger.

Brennholzpreis im Monatsvergleich gesunken, Briketts und Pellets etwas teurer

Der Preis für Brennholz gab im Monatsvergleich um 0,7 % nach, während Briketts mit 0,4 % und Pellets mit 0,1 % leichte Preissteigerungen verzeichneten. Verglichen mit dem Februar 2019 liegen die Preise aller drei Energieträger höher, wobei Brennholz um 2,9 %, Holzbriketts um 1,9 % und Pellets um 0,6 % zulegten.

Über die Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency (AEA)

Die Österreichische Energieagentur liefert Antworten für die klimaneutrale Zukunft: Ziel ist es, unser Leben und Wirtschaften so auszurichten, dass kein Einfluss mehr auf unser Klima gegeben ist. Neue Technologien, Effizienz sowie die Nutzung von natürlichen Ressourcen wie Sonne, Wasser, Wind und Wald stehen im Mittelpunkt der Lösungen. Dadurch wird für uns und unsere Kinder das Leben in einer intakten Umwelt gesichert und die ökologische Vielfalt erhalten, ohne dabei von Kohle, Öl, Erdgas oder Atomkraft abhängig zu sein. Das ist die missionzero der Österreichischen Energieagentur.

Mehr als 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus vielfältigen Fachrichtungen beraten auf wissenschaftlicher Basis Politik, Wirtschaft, Verwaltung sowie internationale Organisationen. Sie unterstützen diese beim Umbau des Energiesystems sowie bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Bewältigung der Klimakrise.

Die Österreichische Energieagentur setzt zudem im Auftrag des Bundes die Klimaschutzinitiative klimaaktiv um und nimmt die Aufgaben der Nationalen Energieeffizienz-Monitoringstelle wahr. Der Bund, alle Bundesländer, bedeutende Unternehmen der Energiewirtschaft und der Transportbranche, Interessenverbände sowie wissenschaftliche Organisationen sind Mitglieder dieser Agentur.

Im Podcast Petajoule beantworten die Expertinnen und Experten der Österreichischen Energieagentur mit Gästen aus der Energiebranche die Fragen der Energiezukunft.


Die Österreichische Energieagentur ist nach ÖNORM ISO 50001:2011 und ISO 29990:2010 zertifiziert.

Rückfragehinweis:
Mag. Klaus Kraigher, MAS
Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-174
E-Mail: pr(at)energyagency.at
Web: www.energyagency.at
Twitter: www.twitter.com/at_AEA


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*Durchschnittlicher Rückgang Stromlast (Y-o-Y) ca. 784 MW, Leistung Fernheizkraftwerk Mellach 246 MW (Quelle: Verbund)

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