Heizkostenvergleich 2018: Nachhaltige und hocheffiziente Heizsysteme auf Platz 1

Im aktuellen Heizkostenvergleich berechnet die Österreichische Energieagentur die Vollkosten und Umweltauswirkungen unterschiedlicher Heizsysteme

Wien, 12. November 2018 – „2018 spielen nachhaltige und hocheffiziente Heizsysteme ihre Stärken voll aus. Weder im Neubau, noch bei sanierten oder unsanierten Gebäuden liegt ein Heizsystem, das fossile Energieträger benötigt, auf Platz 1“, kommentiert Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur, die Ergebnisse des neuen Heizkostenvergleichs. „Das ist gut für die Umwelt, aber vor allem auch für das Budget der heimischen Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer.“ In dem unabhängigen Vollkostenvergleich der Österreichischen Energieagentur werden nicht nur die Brennstoffpreise, sondern alle anfallenden Kosten der Heizsysteme inklusive Investitions- sowie Wartungs- und Instandhaltungskosten einander gegenübergestellt. Außerdem analysiert die Österreichische Energieagentur die durch Heizsysteme verursachten CO2-Emissionen.
Berücksichtigt man die „Raus aus Öl“-Förderung[1], teilen sich die nachhaltigen und hocheffizienten Heizsysteme sogar die Top 3-Plätze der Rangliste. Öl-Brennwertsysteme befinden sich Traupmann zufolge bei einem charakteristischen Einfamilienhaus immer auf dem letzten Platz. Das gelte für die Vollkosten genauso wie für die reinen Energiekosten.

Ranking der kostengünstigsten Systeme (2018, Platz 1 = geringste Vollkosten)

Thermische Sanierung

„Heizkosten hängen in hohem Ausmaß von der thermischen Qualität eines Gebäudes ab: Ganz egal, welches Heizsystem eingesetzt wird: In einem sanierten Einfamilienhaus liegen die Heizkosten um rund 50 % niedriger als in einem unsanierten Gebäude“, so Traupmann. Der gleiche Effekt zeige sich auch bei den CO2-Emissionen.


Grafik: Heizkostenvergleich zwischen sanierten und unsanierten Gebäuden I Österreichische Energieagentur

Heizung und Warmwasserbereitung in Gebäuden verursachen derzeit rund 16 % der österreichischen Treibhausgasemissionen. Heizung, Warmwasser und Kühlung machen zudem rund 27 % des gesamten österreichischen Energiebedarfs aus. Diese Zahlen zeigen Traupmann zufolge, wie wichtig es sei, die thermische Sanierung sowie den Umstieg auf hocheffiziente Heizsysteme und den Verzicht auf fossile Energie voranzutreiben: „Ein unsaniertes Einfamilienhaus mit Öl-Brennwertsystem verursacht über 90 Mal so viele CO2-Emissionen wie ein saniertes Haus, das mit Holz beheizt wird. In einem Jahr sind das rund 9.700 Kilogramm CO2.“

„Die Preisentwicklung fossiler Rohstoffe ist – aufgrund der aktuellen politischen Entwicklungen und internationalen Krisenherde – völlig unberechenbar“, betont Traupmann und verweist auf den Energiepreisindex der Österreichischen Energieagentur. Dieser zeigt, dass beispielsweise Heizöl im September 2018 um ganze 25 % teurer als im Vorjahr war. Ein Umstieg auf ein klimafreundliches Heizsystem, das heimische, nachhaltige Energieträger verwendet, macht hingegen das Haushaltsbudget planbarer und kommt der Umwelt zugute.

Details & interaktive Grafiken

Einfamilienhaus saniert und „Raus aus Öl“-Förderung: https://www.energyagency.at/fakten-service/heizkosten/mit-foerderung-raus-aus-oel.html
Einfamilienhaus unsaniert:
https://www.energyagency.at/fakten-service/heizkosten/thermisch-unsaniertes-gebaeude.html
Einfamilienhaus thermisch saniert
: https://www.energyagency.at/fakten-service/heizkosten/thermisch-saniertes-gebaeude.html
Neubau:
https://www.energyagency.at/fakten-service/heizkosten/neubau.html
CO2-Emissionen:
https://www.energyagency.at/fakten-service/heizkosten/co2-emissionen.html
Grafik ‑ Heizsysteme in Österreich nach Energieträgern:
https://www.energyagency.at/aktuelles-presse/presse/aktuelle-grafiken.html

Energiepreisindex: https://www.energyagency.at/fakten-service/energie-in-zahlen/httpswwwenergyagencyatepi.html

Details zum Heizkostenvergleich der Österreichischen Energieagentur

Das Thema Heizkosten und der Vergleich unterschiedlicher Energieträger und Heiztechnologien spielen für Konsumentinnen und Konsumenten eine wichtige Rolle. Vergleiche auf Basis der reinen Energiekosten informieren jedoch nur über einen Teilaspekt. Daher erstellt die Österreichische Energieagentur einen Vollkostenvergleich unterschiedlicher Heizsysteme, der auch Investitions- und Wartungskosten beinhaltet.

Im Rahmen eines Stakeholderprozesses wurde ein möglichst breiter Konsens über Annahmen und Prämissen eines objektiven Heizkostenvergleichs gesucht. Der Heizkostenvergleich der Österreichischen Energieagentur baut auf diesen Annahmen auf. Um die Transparenz des von der Österreichischen Energieagentur berechneten Heizkostenvergleichs zu gewährleisten, werden die Berechnungsgrundlagen (Methode, Prämissen und Annahmen) im Detail aufgezeigt.

Energetische Bewertung

Da Heizkosten nicht nur vom gewählten Heizungssystem, sondern auch maßgeblich von der thermischen Qualität des Gebäudes abhängig sind, wurde für den Heizkostenvergleich der Österreichischen Energieagentur ein für Österreich charakteristisches Einfamilienhaus („Referenzgebäude“) mit einer Wohnfläche von 118 m2 in einer thermisch unsanierten (Heizwärmebedarf 175 kWh/m2a), in einer thermisch sanierten (Heizwärmebedarf 60 kWh/m2a) und in einer Neubauvariante (Heizwärmebedarf45 kWh/m2a) definiert[1].
Die Auswahl der zu vergleichenden Heizsysteme erfolgte mit dem Fokus, den Stand der Technik – derzeit am häufigsten neu installierte Heizsysteme in Einfamilienhäusern in Österreich – abzubilden. Im Rahmen des Heizkostenvergleichs werden die folgenden Heizsysteme miteinander verglichen:

  • Fernwärme
  • Erdgas-Brennwert
  • Öl-Brennwert
  • Scheitholz[3]
  • Pellets
  • Luft/Wasser-Wärmepumpe[4]
  • Sole/Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde[4].

Die energetische Bewertung des Gebäudes sowie des Heizsystems basieren auf den derzeit gültigen Normen bzw. Richtlinien.

Förderungen

Im Heizkostenvergleich werden keine Förderungen berücksichtigt. Eine Ausnahme bildet die Darstellung der „Raus aus Öl“[5]-Förderung, die für ganz Österreich zur Verfügung steht. Diese Bundesförderung stellt bis zu € 5.000/Antrag für die thermische Sanierung sowie für die Umstellung von Ölheizungen bzw. anderen fossilen Heizsystemen auf klimafreundliche Heizsysteme bereit. Diese Sanierungsoffensive wird vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus finanziert.

Alle Basisannahmen des Heizkostenvergleichs der Österreichischen Energieagentur sind hier online.

Das Bild ist frei zur redaktionellen Nutzung: (v.l.n.r.) Ing. Mag. Georg Trnka und DI Peter Traupmann präsentieren den aktuellen Heizkostenvergleich der Österreichischen Energieagentur.

Über die Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency (AEA)

Die Österreichische Energieagentur liefert Antworten für die Energiezukunft. Sie berät auf wissenschaftlicher Basis Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung – sowohl national als auch international. Die drei strategischen Schwerpunkte des Kompetenzzentrums für Energie lauten: visionzero, ein Strategieprozess für eine fossilfreie Zukunft. Die Transformation des Energiesystems mit den damit verbundenen Umbrüchen in den energierelevanten Branchen. Und die Energieintelligenz, die sich um das intelligente und effiziente Energiesystem der Zukunft dreht.

Im Vordergrund steht die Forcierung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energieträgern im Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Klima- und Umweltschutz sowie Versorgungssicherheit. Die Österreichische Energieagentur entwickelt Strategien für eine nachhaltige und sichere Energieversorgung, führt Beratungen und Schulungen durch und ist die Vernetzungsplattform für die Energiebranche. Sie setzt klimaaktiv – die Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) – operativ um und koordiniert die verschiedenen Maßnahmen in den Themenbereichen Mobilität, Energiesparen, Bauen & Sanieren und Erneuerbare Energie. Zudem betreibt die Österreichische Energieagentur im Auftrag des BMNT die Nationale Energieeffizienz-Monitoringstelle.

Fragen der Energiezukunft mit ExpertInnen-Know-how beantworten – dieses Ziel unterstützt die Österreichische Energieagentur mit ihrer strategischen Personalentwicklung.

Die Österreichische Energieagentur ist nach ÖNORM ISO 50001:2011 und ISO 29990:2010 zertifiziert.

Rückfragehinweis:
Mag. Klaus Kraigher, MAS
Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-174
E-Mail: pr(at)energyagency.at
Web: www.energyagency.at
Twitter: https://twitter.com/at_AEA

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[1] https://www.umweltfoerderung.at/aktuelles-detail/newseintrag/zeige/raus-aus-oel-bonus-von-5000-euro-abholen-und-klima-schuetzen.html

[2] Der Heizwärmebedarf des thermisch sanierten Modellgebäudes sowie der Neubauvariante korreliert mit den verstärkten Anforderungen der OIB-Richtlinie 6, Energieeinsparung und Wärmeschutz (2015) für Wohngebäude seit 01.01.2017.

[3] Da Scheitholzsysteme im Neubau aufgrund der hohen Energieeffizienzanforderungen der OIB-Richtlinie 6 (2015) an das Gebäude kaum mehr als Hauptheizungssystem eingesetzt werden, werden Scheitholzsysteme im Rahmen des Heizkostenvergleichs nur mehr im sanierten und unsanierten Gebäude betrachtet.

[4] Da eine hohe Effizienz von Wärmepumpensystemen nur bei niedrigen Vorlauftemperaturen gewährleistet werden kann, und ein entsprechend notwendiger Austausch des Wärmeabgabesystems (von Radiator- zu Flächenheizungen) in unsanierten Bestandsgebäuden nicht üblich ist, werden Wärmepumpensysteme in unsanierten Gebäuden nicht dargestellt.

[5] https://www.umweltfoerderung.at/aktuelles-detail/newseintrag/zeige/raus-aus-oel-bonus-von-5000-euro-abholen-und-klima-schuetzen.html


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