Natürliche Farben, Lacke, Öle punkten bei Umwelt, Gesundheit und Qualität

Heimwerken mit nachwachsenden Rohstoffen: In Heim und Garten auf Erdölprodukte zu verzichten, bringt zahlreiche Vorteile. Kostenlose klimaaktiv Info-Broschüre mit Tipps, Tricks und Hintergrundwissen steht zum Download bereit.

Wien, 29.05.2017 – Mit dem Frühling beginnt auch die Heimwerker-Saison: Und wer möchte nicht im eigenen Haus und Garten auf Produkte basierend auf Erdöl verzichten und nachwachsende Rohstoffe verwenden? Bei der Oberflächengestaltung von Holz, Möbeln, Wänden und Böden ist das mit Farben, Lacken und Ölen aus natürlichen Rohstoffen einfach möglich und bietet zahlreiche Vorteile.

„Die potenziell geringen CO2-Emissionen, die geringe Umwelttoxizität der Produkte und auch die mögliche regionale Herstellung der Rohstoffe sind eindeutige Argumente für natürliche Farben, Lacke oder Öle“, argumentiert Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur, im Sinne der Bioökonomie. Damit wird der schrittweise Ersatz fossiler Ressourcen durch nachwachsende Rohstoffe bei der Herstellung von Produkten, Dienstleistungen oder Energie bezeichnet. „Natürliche Farben, Lacke und Öle enthalten darüber hinaus je nach Zusammensetzung tendenziell wenige gesundheitsgefährdende Inhaltsstoffe – zum Beispiel Lösemittel, Weichmacher oder Konservierungsstoffe – und verringern so die Belastung von Umwelt und Gesundheit“. Vor allem punkten diese nachhaltigen Produkte aber auch mit Qualität und technischen Vorteilen.
Alle Informationen und Tipps zur richtigen Anwendung von natürlichen Farben, Lacken oder Ölen hat die Österreichische Energieagentur in einer neuen, kostenlosen Broschüre zusammengefasst, die im Rahmen der Klimaschutzinitiative klimaaktiv des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) erschienen ist. (Download)

Die Vorteile natürlicher Farbe, Lacke und Öle auf einen Blick:

Technische Vorteile:

Der technische Stand der Naturprodukte entspricht weitgehend jenem synthetischer Produkte auf petrochemischer Basis.

Vorteil 1: Leichte Pflege & Einfaches Nachbessern
Die leichte Pflege ist der große Vorteil der Naturölfarben. Sie sind sehr gut überstreichbar und können so dauerhaft gepflegt werden.
Geölte oder gewachste Flächen können bei Benutzungsspuren einfach und lokal begrenzt ausgebessert werden.

Vorteil 2: Das Material kann „atmen“
Öle, Wachse und Lasuren erhalten die feuchtigkeitsregulierende Eigenschaft des Untergrundes (z.B. Holz) – das darunterliegende Material kann „atmen“.

Vorteil 3: Widerstandsfähigkeit
Naturharzlacke und Ölfarben haben in der Regel zwar längere Trocknungszeiten, sind aber sehr dauerhaft, bleiben lange rissfrei, haben eine hohe Toleranz gegenüber Feuchtigkeit des Untergrundes und bleiben lange elastisch. Sie laden sich zudem nicht elektrostatisch auf.

Weitere wichtige technische Eigenschaften sind ein hohes Eindringvermögen in den zu streichenden Untergrund, eine hohe Bindungskraft, Wasserbeständigkeit, Chemikalienbeständigkeit sowie Wetterfestigkeit.

Vorteile – Umwelt-Aspekte

Vorteil 1: Herkunft
Es werden in der Natur vorkommende Rohstoffe – sowohl nachwachsend, als auch mineralisch – für die Herstellung der Produkte verwendet. Natürliche Farben, Lacke und Öle haben keine überwiegend petrochemische Rohstoffbasis, die Importabhängigkeit von fossilen Rohstoffen wird verringert.

Vorteil 2: Verfügbarkeit
Nachwachsende Rohstoffe können nachhaltig bewirtschaftet werden. Es wird also nur so viel verbraucht, wie auch wieder nachwächst.
Die mineralischen Inhaltsstoffe in Farben, Lacken und Ölen sind in sehr großen Mengen in der Natur vorhanden.

Vorteil 3: Regionalität
Viele der Rohstoffe können in Mitteleuropa an- oder abgebaut werden. Dadurch entstehen kürzere Transportwege und die regionale Wirtschaft wird gestärkt.

Vorteil 4: Natürlicher Kreislauf
Da pflanzliche Rohstoffe den natürlichen Kreislaufprozessen der Natur entstammen, können sie meist problemlos wieder in diese Kreisläufe zurückgeführt werden. Die biogenen Inhaltsstoffe von natürlichen Farben und Lacken sind – sofern sie nicht entsprechend chemisch modifiziert sind – in der Natur biologisch abbaubar. Eine fachgerechte Entsorgung (Altstoffsammelstelle) z.B. von Farbresten ist dennoch notwendig.

Vorteile – Gesundheits- Aspekte

Vorteil 1: Kein Gift
Natürliche Produkte sind emissionsarm und enthalten meist nur Wasser oder pflanzliche Öle als Lösemittel. Tendenziell sind sie hinsichtlich der Abgabe von giftigen Stoffen in die Umwelt, der Schadstoffemission in die Raumluft als auch in Bezug auf Metallsikkative, Weichmacher oder hormonell wirksame Stoffe als positiv zu bewerten.
Auch der Kontakt mit behandelten Oberflächen (z.B. Holzspielzeug für Kinder) ist tendenziell unbedenklich.
Die Menge an Schadstoffemissionen in die Raumluft ist oft ein entscheidendes Kaufargument. Neben der möglichen Gesundheitsgefährdung hat die Raumluftqualität einen entscheidenden Einfluss auf die menschliche Wohn- und Lebensqualität, da wir einen Großteil unserer Zeit in geschlossenen Räumen verbringen.

Vorteil 2: Gutes Raumklima
Für ein gutes Raumklima ist neben der Schadstofffreiheit die richtige Luftfeuchtigkeit entscheidend. Sie sollte zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Diffusionsoffene Materialien lassen das darunter liegende Material „atmen“ und sorgen so für einen ausgeglichenen Feuchtigkeitshaushalt.

klimaaktiv-Broschüre „Natürliche Farben, Lacke, Öle für Haus und Garten“: https://www.klimaaktiv.at/service/publikationen/bauen-sanieren/farben_lacke.html


Über die Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency

Die Österreichische Energieagentur (AEA) liefert Antworten für die Energiezukunft. Sie berät auf wissenschaftlicher Basis Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Die strategischen Schwerpunkte des Kompetenzzentrums für Energie liegen dabei auf der visionzero einer fossilfreien Zukunft, der Transformation des Energiesystems in Richtung Energieintelligenz und den damit verbundenen Umbrüchen in den energierelevanten Branchen. Im Vordergrund steht die Forcierung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energieträgern im Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Klima- und Umweltschutz sowie Versorgungssicherheit. Die Österreichische Energieagentur ist national und international tätig. Sie entwickelt Strategien für eine nachhaltige und sichere Energieversorgung, führt Beratungen und Schulungen durch und ist die Vernetzungsplattform für die Energiebranche. Die Österreichische Energieagentur setzt klimaaktiv – die Klimaschutzinitiative des BMLFUW – operativ um und koordiniert die verschiedenen Maßnahmen in den Themenbereichen Mobilität, Energiesparen, Bauen & Sanieren und Erneuerbare Energie. Zudem betreibt die Österreichische Energieagentur im Auftrag des BMWFW die Nationale Energieeffizienz-Monitoringstelle.


Die Österreichische Energieagentur feiert 2017 ihr 40-Jahres Jubiläum. Das Jubiläumsjahr mit dem Thema ENERGY 2027>> steht ganz im Zeichen der Energiezukunft. Wie werden wir im Jahr 2027 global und lokal Energie erzeugen, verteilen und nutzen? Der Zeitraum scheint kurz, aber angesichts der disruptiven und exponentiellen Entwicklungen ist heute nicht absehbar, wie unsere Energie-Welt in zehn Jahren tatsächlich aussieht und vor welchen Herausforderungen sie dann stehen wird. Weitere Informationen unter www.energyagency.at


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Mag. Klaus Kraigher MAS
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