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Presse

Ungenutzte Abwärme birgt großes Potenzial für Wärmepumpen in der Industrie

Fallstudien in Brauerei, Großküche und Industriewäscherei belegen hohe Einsparpotenziale.

Wien, 18. September 2026

Wärmepumpen können einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung industrieller Prozesse leisten. Zu diesem Ergebnis kommt das Forschungsprojekt „Prozess-WP“ der Österreichischen Energieagentur (AEA) gemeinsam mit Ochsner Process Energy Systems und steamtec. Anhand von Fallstudien in einer Brauerei, einer Industriewäscherei und einer Großküche wurden konkrete Einsatzmöglichkeiten für Prozesswärmepumpen untersucht.

Industrie und Gewerbe benötigen große Mengen an Wärme zur Herstellung von Produkten, Reinigung, Trocknung oder Lebensmittelverarbeitung. Gleichzeitig werden in vielen Betrieben erhebliche Mengen an Abwärme ungenutzt an die Umgebung abgegeben. Moderne Wärmepumpen ermöglichen es, diese Energie wieder nutzbar zu machen und fossile Energieträger teilweise oder vollständig zu ersetzen.

„Die Fallstudien zeigen, dass bereits heute technisch ausgereifte Lösungen verfügbar sind, um industrielle Abwärme effizient zu nutzen. Besonders attraktiv sind Anwendungen mit Temperaturen bis etwa 70 Grad Celsius“, erklärt Projektleiter Christoph Kurfürst von der Österreichischen Energieagentur.

Im Rahmen des Projekts wurden Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen untersucht:

  • In einer Brauerei stand die Nutzung der Abwärme aus Kälteanlagen im Mittelpunkt.
  • Bei einer Industriewäscherei wurde die Nutzung von Abwasserwärme aus den Waschprozessen analysiert.
  • Bei einer Großküche wurde insbesondere die Nutzung von Abwasserwärme untersucht.

Die Ergebnisse zeigen, dass Teile des Wärmebedarfs durch bislang ungenutzte Energiequellen gedeckt werden könnten. Gleichzeitig können Treibhausgasemissionen reduziert und die Energieeffizienz der Standorte weiter verbessert werden.

Auf Basis der Fallstudien wurde auch das österreichweite Potenzial abgeschätzt. Für die untersuchten Branchen ergibt sich in Summe ein technisches Einsparpotenzial von rund 220 Gigawattstunden pro Jahr. „Die untersuchten Betriebe zählen bereits heute zu den besonders energieeffizienten Unternehmen. Das tatsächliche österreichweite Potenzial dürfte daher noch deutlich höher liegen“, so Kurfürst.

Neben den technischen Analysen wurden auch wirtschaftliche und ökologische Bewertungen durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass die technische Machbarkeit in allen untersuchten Prozessen bereits gegeben ist. Ob umgesetzt wird, entscheidet letztlich die Wirtschaftlichkeit, welche in diesen untersuchten Betrieben nachgewiesen werden konnte.

Das Projekt Prozess-WP wurde im Rahmen des FTI-Programms Energieforschung der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gefördert.

Über die Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency (AEA)

Die Österreichische Energieagentur steht für fundiertes Fachwissen und praxistaugliche Lösungen. Wir liefern verlässliche Antworten für eine sichere, saubere und leistbare Energiezukunft. Wir geben Orientierung in instabilen Zeiten und zeigen, wie Österreich mit erneuerbarer Energie, Effizienz und innovativen Technologien unabhängiger und langfristig wettbewerbsfähig wird. 

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Im Podcast Petajoule beantworten die Expert:innen der Österreichischen Energieagentur gemeinsam mit Gästen aus der Energiebranche Fragen zur Energiezukunft. 
 

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