Österreichischer Gaspreisindex - ÖGPI©

Gaspreis sinkt seit Mai 2018 erstmals wieder

Im Vergleich zu Dezember 2017 aber um 38 % höher

Wien, 29. November 2018 – Der Österreichische Gaspreisindex (ÖGPI) fällt im Dezember 2018 gegenüber dem Vormonat um 5,6 %.  Bis November stieg er seit Mai 2018 kontinuierlich an und legte in diesem Zeitraum um 41 % zu. Im Vergleich zum Vorjahr bleibt durch die Preissteigerungen im Sommer ein Plus von 38,7 %. Mit Dezember steht der ÖGPI bei 102,7 Punkten.

Eine grafische Darstellung des ÖGPI finden Sie unter anderem hier.

Der ÖGPI bildet den reinen Energiepreis ab. Netzgebühren sowie Steuern und Abgaben, die ebenfalls in der Gasrechnung von Endkunden beinhaltet sind, werden nicht berücksichtigt.


Allgemein

Der Österreichische Gaspreisindex ÖGPI, den die Österreichische Energieagentur erstmals im März 2010 veröffentlichte, orientierte sich damals an der Preisentwicklung von Gasöl und Heizöl. Die sachliche Grundlage dafür war in den Erdgasimportverträgen gegeben, die eine Preisbindung an die Entwicklung von Erdölprodukten für den Wärmemarkt vorsahen: dies sind im Wesentlichen Gasöl (in Österreich als Heizöl Extra Leicht bekannt) sowie Heizöl Leicht bzw. Schwer. Auf Grund der Datenverfügbarkeit gibt es einen Nachlauf dieser Daten von 3 bis 6 Monaten, in denen diese Informationen in die Preisgleitformeln einfließen.

In Folge der Liberalisierung der Erdgasmärkte und der Schaffung von Erdgasbörsen und Handelsplattformen kam es in den letzten Jahren sukzessive zu einer Verschiebung der beschafften Erdgasmengen mit Ölpreisbindung hin zu Erdgaskäufen auf Basis von Börsepreisen. Daher war auch die Methodik des ÖGPI entsprechend anzupassen.

Methodik
Ölpreisgebundene Erdgasmengen werden im beschränkten Umfang auch weiterhin einen Einfluss auf den ÖGPI haben. Die bisherige Vorgangsweise zur Nachbildung der Ölpreisbindung wird daher grundsätzlich beibehalten. Die Monatswerte für das Referenzprodukt Heizöl Schwer, Rotterdam, FOB, 1% Schwefelgehalt werden vom französischen National Institute of Statistics and Economic Studies publiziert.

Um nunmehr auch die Bedeutung der börsegebundenen Gaslieferungen abzubilden, wird als weitere erklärende Variable der Erdgasgroßhandelspreis herangezogen: konkret erfolgt dies im Wege der Notierungen der Erdgas-Futures an der Central European Gas Hub AG (CEGH, www.cegh.at) mit Sitz in Wien. Mit Hilfe der Regressionsanalyse wurde eine Gleichung ermittelt, auf deren Basis aus den genannten Preisvariablen für Heizöl Schwer und Erdgas der ÖGPI monatlich berechnet wird.

Wie beim Österreichischen Strompreisindex (ÖSPI) kann auch mit dem ÖGPI keine Aussage über die tatsächlichen Endkundenpreise getroffen werden. Der ÖGPI bildet nur den reinen Energiepreis ab, die Gasrechnung setzt sich aber aus dem Energiepreis, den Netzgebühren sowie Steuern und Abgaben zusammen. Die monatliche Preisvorausschau soll Haushalts- und kleinere Gewerbekund/innen über die tendenzielle Preisentwicklung im Erdgasbereich informieren und somit zu mehr Transparenz am Energiemarkt führen.

Der mit der Revision im Mai 2016 neu errechnete ÖGPI als Index mit der Basis 2011 = 100 wird beginnend mit Jänner 2011 publiziert (durchgängig errechnet mit der Regressionsgleichung für den Zeitraum 2011 – 2015). Der bisherige ÖGPI mit 2006 = 100 steht mit den Indexwerten von Jänner 2010 bis Juni 2015 als Download weiterhin zur Verfügung.

Aktuelle Entwicklung des ÖGPI

Entwicklung des Österreichischen Gaspreisindex [Berechnungen: Österreichische Energieagentur]

Haftungsauschluss

Die Österreichische Energieagentur sowie alle bei der Erstellung der Indizes beteiligten Expert/innen haben deren Berechnung sowie inhaltliche Kommentare sorgfältig erstellt. Übermittlungs-/inhaltliche Fehler können dennoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Die Österreichische Energieagentur übernimmt daher keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte, insbesondere in Bezug auf eventuelle unmittelbare oder mittelbare Schäden, die durch die direkte oder indirekte Verwendung der angebotenen Informationen entstehen.

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