Energiepreisindex (EPI) der Österreichischen Energieagentur

Die Österreichische Energieagentur analysiert den monatlich berechneten Energiepreisindex (EPI) für private Haushalte aus den Daten zum Verbraucherpreisindex (VPI) der Statistik Österreich.

Jahresrückblick 2018

Die Energiepreis-Entwicklung für das Jahr 2018 finden Sie hier im Detail.

Energiepreisindex August 2019: leichter Rückgang bei Benzin, Diesel und Heizöl

  • Erdölbasierte Energieträger auch unter dem Preisniveau des Vorjahres
  • Angriff auf saudische Ölraffinerien für Haushalte bislang preislich kaum spürbar
  • Abhängigkeit und hohes Risikopotenzial der Ölversorgung aber deutlich zu erkennen

Video Energiepreisindex August 2019

Wien, 4. Oktober 2019 – Während der Energiepreisindex (EPI) gegenüber dem Vormonat Juli um 0,4 % nachgab, kam es beim allgemeinen Preisniveau (VPI) zu einem geringen Anstieg im Ausmaß von 0,1 %. Damit wirkten sich die Kosten für Haushaltsenergie im Monatsvergleich im Unterschied zum Juni 2019 leicht preisdämpfend aus. Ausschlaggebend dafür waren Preisrückgänge bei Benzin, Diesel und Heizöl von jeweils etwas mehr als 1 %.

Im Jahresvergleich legte die allgemeine Teuerungsrate um 1,5 % zu, der EPI kam hingegen nur auf ein leichtes Plus von 0,5 %. Während Erdölprodukte jeweils um mehr als 3 % nachgaben, liegen alle übrigen im EPI erfassten Energieträger über dem Preisniveau des August 2018, allen voran Strom und Brennholz mit einem Plus von mehr als 5 %.

„Im August gab es generell nur geringe Preisbewegungen. Der Ausfall beträchtlicher saudischer Produktionskapazitäten infolge des Drohnenangriffs am 14. September hat auf dem Rohölmarkt kurzfristig aber deutliche Spuren hinterlassen“, stellt Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur, fest und ergänzt: „Auf die Energiepreise der Haushalte hat sich das bisher nur sehr moderat ausgewirkt, im Gegensatz zu Fällen in der Vergangenheit, in denen wir bei sprunghaften Veränderungen des Ölpreises schon rasche und stärkere Anpassungen in den Folgetagen beobachtet hatten. Trotzdem besteht kein Grund, zur Tagesordnung überzugehen, macht dieses Ereignis doch erneut das hohe Risikopotenzial von Erdöl für die globale Energieversorgung und Wirtschaft deutlich.“

Preise für Erdölprodukte geben im August nach

Die Treibstoffpreise sind im August 2019 gegenüber dem Vormonat leicht gesunken. Superbenzin und Diesel verbilligten sich um 1,2 %. Im Jahresvergleich lag der Preis für Diesel um 3,6 % niedriger als im August 2018. Der Preis für Superbenzin ist im selben Zeitraum um 3,2 % gefallen.
Auch der Heizölpreis sank, und zwar im Monatsvergleich um 1,3 %. Im Jahresvergleich war Ofenheizöl um 3,9 % günstiger.

Deutliches Risikopotenzial der Erdölversorgung

In der Nacht zum 14.09.2019 wurden in Saudi-Arabien wesentliche Ölanlagen von Saudi Aramco angegriffen. Durch die Zerstörungen brach die Produktion dieses für die globale Ölversorgung wichtigen Landes um etwa die Hälfte ein, das neben den USA und Russland zu den größten Rohölproduzenten der Welt zählt. Im Jahr 2018 deckten die saudischen Öllieferungen mit 10,42 Mio. Barrel pro Tag etwa 10 % der weltweiten Ölnachfrage. Deutlich wird aus der folgenden Abbildung auch, dass ein kriegerischer Konflikt im Nahen Osten noch zu weit höheren Ausfällen führen könnte: Der Anteil der in der Abbildung unter „Naher Osten“ zusammengefassten Länder liegt bei 30 %.

Aufgrund der Produktionsausfälle schnellte der Rohölpreis kurzzeitig nach oben. Anfang August lag der Preis der Rohölsorte Brent noch bei knapp $ 61 pro Barrel. Mitte September, nach den Angriffen, befand sich der Rohölpreis dann kurzzeitig auf fast $ 70 pro Barrel – lag in diesem Jahr aber auch schon höher. Zuletzt hat sich die Brent-Notierung wieder bei etwa $ 62 pro Barrel stabilisiert.

Für die Haushalte hatten diese Ereignisse bislang nur geringe Auswirkungen: Die folgende Abbildung zeigt, dass sich die bereits vor dem Anschlag leicht aufsteigende Entwicklung fortgesetzt hat, das Preisniveau für Treibstoffe und Ofenheizöl vor dem Sommer aber schon etwas höher war.


Brennholz etwas teurer

Der Preis von Brennholz stieg im Monatsvergleich mit 0,6 % leicht an. Gegenüber August 2018 bleibt ein Plus von 5,2 %. Der Preis für Holzpellets ist im Monatsvergleich ebenfalls um 1,1 % gestiegen. Im Jahresvergleich bleibt hier ein leichtes Plus von 1,3 %.

Fernwärmepreis bleibt stabil

Im Monatsvergleich blieb der Preis unverändert. Im Jahresvergleich legte er um 1,3 % zu.

Leichter Preisanstieg bei Strom und Gas im Juli

Gas und Strom stiegen im Monatsvergleich jeweils um 0,3 % (Strom) bzw. 0,2 % (Gas). Im Jahresvergleich nahm der Gaspreis um 1,8 % zu und der Strompreis zeigte ein Plus von 5,5 % (ein Schwerpunkt zum Thema Strom findet sich in diesem Energiepreisindex).

VPI und EPI der letzten 12 Monate

Vergleich Verbraucherpreisindex (VPI) und Energiepreisindex (EPI) der letzten 12 Monate
[Quelle: Statistik Austria, Berechnung: Österreichische Energieagentur]

Leitungsgebundene Energieträger in den letzten 12 Monaten

Vergleich der leitungsgebundenen Energieträger (Strom, Gas, Fernwärme) in den letzten 12 Monaten.
[Quelle: Statistik Austria]

Feste Brennstoffe in den letzten 12 Monaten

Vergleich der Festen Brennstoffe (Brennholz, Holzbriketts, Holzpellets) in den letzten 12 Monaten
[Quelle: Statistik Austria]

Mineralölprodukte in den letzten 12 Monaten

Vergleich der Mineralölprodukte (Heizöl, Eurosuper, Dieseltreibstoff) der letzten 12 Monate
[Quelle: Statistik Austria]

Entwicklung des Rohölpreises (UK-Brent)

Aktuelle Entwicklung des Rohölpreises (UK-Brent)
[Quelle: Energy Information Administration]

Haftungsausschluss

Die Österreichische Energieagentur sowie alle bei der Erstellung der Indices beteiligten Experten haben deren Berechnung sowie inhaltliche Kommentare sorgfältig erstellt. Übermittlungs-/inhaltliche Fehler können dennoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Die Österreichische Energieagentur übernimmt daher keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte, insbesondere in Bezug auf eventuelle unmittelbare oder mittelbare Schäden, die durch die direkte oder indirekte Verwendung der angebotenen Informationen entstehen.

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