Österreichischer Strompreisindex - ÖSPI©

Österreichischer Strompreisindex auf höchstem Stand seit November 2014

Strom ist im Juni 2018 um 18 % teurer als im Vorjahr

Wien, 09. Mai 2018 – Der Österreichische Strompreisindex (ÖSPI) steigt im Juni das neunte Monat in Folge. Insgesamt befindet er sich damit auf dem höchsten Stand seit November 2014.

Gegenüber Mai 2018 beträgt der Anstieg 1,5 %. Im Vergleich zu Juni des Vorjahres liegt der ÖSPI um 18,4 % höher.

Der ÖSPI erfasst nur das Produkt Strom (Strom-Großhandelspreise) und berücksichtigt keine Netzgebühren, Steuern oder Abgaben.

Der ÖSPI erreicht im Juni 2018 somit 68,30 Punkte (Basisjahr 2006 = 100; Juni 2015 =65,63). Der Grundlastpreis (Index 71,03 Punkte) steigt gegenüber dem Vormonat um 1,4 % und im Jahresvergleich um 19,0 %. Der Spitzenlastpreis (Index 62,49 Punkte) weist im Monatsvergleich ein Plus von 1,7 % und im Jahresvergleich von 16,7 % auf.

Die Österreichische Energieagentur   Austrian Energy Agency (AEA) veröffentlicht neben dem Energiepreisindex (EPI) seit September 2008 auch einen Österreichischen Strompreisindex (ÖSPI) für Haushalte. Während der EPI die Preisentwicklung jeweils im Vergleich zum Vormonat bzw. Vorjahr abbildet, gibt der ÖSPI auf Basis einer standardisierten Berechnungsmethode und unter Verwendung der für die Preisbildung in Österreich relevanten Produkte des Energiehandelsplatzes EEX einen Ausblick auf die im nächsten Monat zu erwartende Strompreisentwicklung. Dabei wird die reine Energiekomponente im Strompreis der Haushalte abgebildet. Diese entspricht einem Anteil von etwa 35 % bis 40 % des Gesamtstrompreises inkl. Umsatzsteuer. Netzkosten und Steuern bzw. Abgaben finden keine Berücksichtigung. Ein Steigen bzw. Fallen des ÖSPI lässt daher nur eine entsprechend geringere Preissteigerung bzw. -senkung des Gesamtpreises erwarten. Der ÖSPI ist aber ein guter Indikator der Marktpreisentwicklung, der durch die standardisierte Berechnungsmethode die notwendige Stabilität erhält.


Methodik
Der ÖSPI wird aus Preisen (Konkret handelt es sich um die Settlement-Preise der jeweiligen Kontrakte) des Energiehandelsplatzes EEX in Leipzig abgeleitet. Relevant sind dabei die Preise für Futures, also für Verträge, die für spätere Lieferzeiträume gehandelt werden. Konkret werden Quartals-Futures, getrennt für Grundlast (Base)(D.h. Lieferungen für jeweils den ganzen Tag, Mo-So.) und Spitzenlast (Peak) (D.h. Lieferungen zu den Tageszeiten, an denen höherer Strombedarf besteht: Mo-Fr, 8:00 – 20:00.), herangezogen. Die Futures haben an jedem Handelstag jeweils einen Preis für Stromlieferungen in den nächsten Quartalen.

Für die Berechnung des ÖSPI wird aus den Quartals-Futures für Base und Peak der letzten neun Monate für die Lieferung in den jeweils nächsten vier Quartalen ein Durchschnittswert gebildet. Das Heranziehen der Quartals-Futures für die jeweils nächsten drei Monate soll saisonale Effekte und damit zyklische unterjährige Schwankungen des Strompreises ausgleichen. Der aus den Quartals-Futures für Base und Peak jeweils errechnete Durchschnittswert wird im Verhältnis 75:25 gewichtet und anschließend indexiert. Der Durchschnitt der Strompreise aus dem Jahr 2006 bildet die Basis des Strompreisindex (2006 = 100). Der so errechnete Wert ergibt den Strompreisindex für den nachfolgenden Monat. Der ÖSPI wird mit einer Vorlaufzeit von einem Monat berechnet.

Eine grafische Darstellung der Entwicklung des Strompreisindex steht hier zum Download bereit. Die Zeitreihen zum ÖSPI, getrennt nach Grund- und Spitzenlast, sind ebenfalls auf der Website der Österreichischen Energieagentur angeführt.

Aktuelle Entwicklung des ÖSPI

Entwicklung des Österreichischen Strompreisindex [Quelle: EEX Strompreisbörse; Berechnungen: Österreichische Energieagentur]

Änderung im Rahmen der Preiszonentrennung

Der deutsch-österreichische Strommarkt wird bis September 2018 als gemeinsamer Markt und folglich innerhalb einer Preiszone bewirtschaftet. Im Zuge der Engpassbewirtschaftung ab 1. Oktober 2018 an der deutsch-österreichischen Grenze wird der Markt in einen eigenen deutschen und einen österreichischen Markt mit separaten Preiszonen aufgetrennt. Im Rahmen der Engpassbewirtschaftung müssen dann Leitungskapazitäten explizit (langfristige Kapazitäten) bzw. implizit (Market-Coupling im Day-Ahead-Markt) vergeben werden. Daher wurden auch von der EEX nach dem Bekanntwerden der geplanten Trennung je separate Terminmarktprodukte für die Lieferzonen Deutschland und Österreich aufgelegt. Die Produkte „Phelix DE-AT“ für die gemeinsame Lieferzone laufen aus und werden nicht fortgeführt. Um den geänderten Bedingungen und den Änderungen bei den EEX-Produkten gerecht zu werden, muss die Berechnungsgrundlage für den ÖSPI angepasst werden. Ab September 2018 werden für den Oktober ÖSPI die Stromfutures  für den separaten österreichischen Markt für die Berechnung herangezogen. Die Berechnungsmethodik bleibt unverändert.   

Beispiele zur Berechnungsmethode


Werte für Base und Peak für Jänner 2018

  • Errechnet im Dezember 2017
  • Als Durchschnitt der Preise für Quartals-Futures der Monate März bis November 2017 jeweils für das 1. Quartal 2018, das 2. Quartal 2018, das 3. Quartal 2018 und das 4. Quartal 2018.

Werte für Base und Peak für August 2018

  • Errechnet im Juli 2018
  • Als Durchschnitt der Preise der Quartals-Futures der Monate Oktober 2017 bis Juni 2018 jeweils für das 3. Quartal 2018, das 4. Quartal 2018, das 1. Quartal 2019 und das 2. Quartal 2019.

Haftungsausschluss

Die Österreichische Energieagentur sowie alle bei der Erstellung der Indices beteiligten Experten haben deren Berechnung sowie inhaltliche Kommentare sorgfältig erstellt. Übermittlungs-/inhaltliche Fehler können dennoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Die Österreichische Energieagentur übernimmt daher keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte, insbesondere in Bezug auf eventuelle unmittelbare oder mittelbare Schäden, die durch die direkte oder indirekte Verwendung der angebotenen Informationen entstehen.

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