Energiepreisindex (EPI) der Österreichischen Energieagentur

Die Österreichische Energieagentur analysiert den monatlich berechneten Energiepreisindex (EPI) für private Haushalte aus den Daten zum Verbraucherpreisindex (VPI) der Statistik Österreich.

Jahresrückblick 2020

Die Energiepreis-Entwicklung für das Jahr 2019 finden Sie hier im Detail.


Hier finden Sie ein kurzes Video (Link auf YouTube) mit unserer Expertin Karina Knaus zu den Entwicklungen des Energiepreisindex im Jahr 2019. Wir freuen uns, wenn Sie dieses in die redaktionelle Berichterstattung einbinden.

Haushaltsenergie im Dezember 2020 nach vier Monaten wieder teurer

  • Energiepreise legten im Monatsvergleich um 1,7 % zu
  • Preisniveau aber immer noch um 7 % niedriger als vor einem Jahr
  • Heizölpreise stiegen von November auf Dezember um 8 %

Wien, 02. Februar 2021 –  Im Dezember legten die Preise für Haushaltsenergie erstmals seit vier Monaten wieder zu. Gegenüber November 2020 ergab sich ein Plus von 1,7 %. „Die allgemeine Teuerung lag bei 0,6 %, blieb also hinter der Steigerung des Energiepreisindex zurück. Damit wirkten die Energiepreise im Dezember inflationssteigernd“, analysiert Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur, die aktuellen Entwicklungen und relativiert: „Im Großteil des Jahres 2020 befanden sich die Energiepreise auf einem relativ niedrigen Niveau. Wesentlicher Auslöser dafür war der Nachfragerückgang in Folge der Corona-Pandemie. Besonders gut war das auf den internationalen Erdölmärkten zu verfolgen. Und trotz des Anstiegs im Dezember 2020 lag der EPI aber noch immer unter dem Niveau vor Corona, die Haushaltsenergiepreise waren um 7 % günstiger als im Vorjahr.“ Mit der Hoffnung auf eine weltweit einsetzende Erholung der Wirtschaft steige Traupmann zu folge auch wieder die Nachfrage nach Energie, die Preise würden sich tendenziell Richtung Vorkrisen-Niveau bewegen. Hier zeige sich einmal mehr die Kopplung von Wirtschaftsentwicklung und Energie- bzw. Ölpreisen.

Interaktion von Erdölpreisen und Wirtschaftsleistung

Neben Förderabsprachen des OPEC-Kartells beeinflusst insbesondere die von der Weltwirtschaft generierte bzw. erwartete Ölnachfrage die Erdölpreise, umgekehrt sind die Ölpreise eine wichtige Stellgröße und zugleich ein gewichtiger Unsicherheitsfaktor für die globale Wirtschaftsentwicklung. Dies zeigt sich etwa während des Booms vor und dem Einbruch während der Finanzkrise im Herbst 2008 (siehe Grafik). Auch der in der Grafik ersichtliche Absturz der Ölpreise im Jahr 2015 hatte ein so genanntes „Angebot-Nachfrage Ungleichgewicht“ als Ursache. Dieses war damals allerdings nicht nachfragebasiert, viel mehr gab es ein Überangebot. Denn 2015 hatten insbesondere die USA und Russland ihre Produktionen angehoben, auch war es die Zeit des Schiefergas / Fracking Booms in den USA. 

In den vergangenen Monaten war bedingt durch die weltweiten Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie – Stichwort „lock-down“ – ein Einbruch der Wirtschaft zu beobachten, der selbst die Finanzkrise übertraf. Heute schätzen Analyst*innen die Situation wieder optimistischer ein und erwarten eine Belebung der Nachfrage und damit wieder steigende Preise an den internationalen Märkten.
Dieser Optimismus gründet sich zum einen auf die weltweit langsam anlaufenden Impfprogramme. Andererseits nähren die angekündigten massiven Konjunkturpakete in den USA die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung. „In Summe bleibt die Situation weiterhin ungewiss. Es gibt viele Unbekannte und es liegt noch ein langer Weg vor uns, auf dem uns Maßnahmen gegen die Klimakrise zu einer neuen, zukunftsfähigen „Normalität“ bringen sollten, sagt Peter Traupmann.

Heizölpreise ziehen an, auch Preisplus bei Treibstoffen

Nach einem leichten Anstieg im November 2020 bestätigte der Heizölpreis mit einem kräftigen Plus von 8,2 % im Dezember seinen Aufwärtstrend. Eine typische Tankfüllung von 3.000 Litern war damit im Schnitt um 230 Euro teurer als noch im November 2020. Im Jahresvergleich war Heizöl aber noch immer billig: Die Preise lagen um 25 % unter dem Wert vom Dezember 2019. Die Preise für Superbenzin und Diesel stiegen ebenfalls an. Diesel war im Monatsvergleich um 3,7 % teurer, Superbenzin um 1,9 %. Gegenüber dem Dezember 2019 liegen die Preise von Dieselkraftstoff um 13,6 % und von Superbenzin um 13,5 % niedriger.

Pelletspreise geben leicht nach

Im Vergleich zum November 2020 stiegen die Preise für Brennholz um 0,5 %, im Jahresvergleich blieb ein Minus von 1,2 %. Die Preise für Holzpellets verzeichneten im Vergleich zum Vormonat einen Rückgang um 0,7 %. Gegenüber dem Dezember 2019 waren Holzpellets um 2,3 % billiger. 

Gas-, Strom- und Fernwärmepreise seit Oktober 2020 unverändert

Die Haushaltspreise für Strom, Fernwärme und Gas sind im Monatsvergleich gleichgeblieben – eine Situation, die seit Oktober anhält. Im Jahresvergleich lagen die Fernwärmepreise um 1,6 % niedriger. Die Gaspreise waren um 2,1 % billiger als im Dezember 2019. Strom war hingegen im Dezember 2020 um 5,0 % teurer als im Vorjahresmonat. Diese Preissteigerung ist neben höheren Energiekosten auf gestiegene Netzentgelte zurückzuführen (Details zur Zusammensetzung des Strompreises bietet diese Grafik.)

VPI und EPI der letzten 12 Monate

Vergleich Verbraucherpreisindex (VPI) und Energiepreisindex (EPI) der letzten 12 Monate
[Quelle: Statistik Austria, Berechnung: Österreichische Energieagentur]

Leitungsgebundene Energieträger in den letzten 12 Monaten

Vergleich der leitungsgebundenen Energieträger (Strom, Gas, Fernwärme) in den letzten 12 Monaten.
[Quelle: Statistik Austria]

Feste Brennstoffe in den letzten 12 Monaten

Vergleich der Festen Brennstoffe (Brennholz, Holzbriketts, Holzpellets) in den letzten 12 Monaten
[Quelle: Statistik Austria]

Mineralölprodukte in den letzten 12 Monaten

Vergleich der Mineralölprodukte (Heizöl, Eurosuper, Dieseltreibstoff) der letzten 12 Monate
[Quelle: Statistik Austria]

Entwicklung des Rohölpreises (UK-Brent)

Aktuelle Entwicklung des Rohölpreises (UK-Brent)
[Quelle: Energy Information Administration]

Haftungsausschluss

Die Österreichische Energieagentur sowie alle bei der Erstellung der Indices beteiligten Experten haben deren Berechnung sowie inhaltliche Kommentare sorgfältig erstellt. Übermittlungs-/inhaltliche Fehler können dennoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Die Österreichische Energieagentur übernimmt daher keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte, insbesondere in Bezug auf eventuelle unmittelbare oder mittelbare Schäden, die durch die direkte oder indirekte Verwendung der angebotenen Informationen entstehen.

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