Energiepreisindex (EPI) der Österreichischen Energieagentur

Die Österreichische Energieagentur analysiert den monatlich berechneten Energiepreisindex (EPI) für private Haushalte aus den Daten zum Verbraucherpreisindex (VPI) der Statistik Österreich.

Jahresrückblick 2020

Die Energiepreis-Entwicklung für das Jahr 2020 finden Sie hier im Detail.


Hier finden Sie ein kurzes Video (Link auf YouTube) mit unserer Expertin Karina Knaus zu den Entwicklungen des Energiepreisindex im Jahr 2020. Wir freuen uns, wenn Sie dieses in die redaktionelle Berichterstattung einbinden.

Energiepreise stiegen auch im November weiter

  • Treibstoffe und Heizöl bleiben die zentralen Preistreiber
  • Gas- und Strompreise auf dem Weg nach oben

Wien, 27. Dezember 2021 – Die Teuerungen bei den Energiepreisen, die wir in den letzten Monaten beobachten konnten, setzen sich auch im November weiter fort. Die Preise für Treibstoffe und Heizöl zogen weiter an und blieben damit zentrale Treiber der Inflation. Aber auch die Preise für Gas und Holzpellets sind im November gegenüber dem Vormonat um jeweils mehr als 4% gestiegen. Im Summe führte das zu einem Anstieg des von der Österreichischen Energieagentur berechneten Energiepreisindex (EPI) im Monatsvergleich um 2,7 %. Im Jahresvergleich lag der EPI um 26,3 % höher. Im Oktober 2021 lag der Abstand zum Vorjahr noch bei 22,8 %. Die allgemeine Teuerung lag im Monatsvergleich bei 0,7 % und im Jahresvergleich bei 4,3 % und damit deutlich über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank. (s. Tabelle, Steigerung zum jeweiligen Vergleichszeitraum)

Heizöl und Tanken kostet mehr

Die Preise für Heizöl stiegen auch im November mit einem Plus von 2,8 % wieder an. Damit kostete Heizöl im Jahresvergleich um 64,5 % mehr. Eine typische Tankfüllung von 3000 Litern kostet damit im Jahresvergleich um etwa 1000 Euro mehr als im November 2020.
Auch bei den Treibstoffpreisen konnten im November weitere Steigerungen beobachtet werden.
Diesel kostete um 4,4 % mehr als im Oktober 2021 bzw. um 40,7 % mehr als im November 2020.
Eine Tankfüllung von 50 Litern kostete damit um etwa 20 Euro mehr als vor einem Jahr. Die Preise für Superbenzin stiegen im Monatsvergleich um 3,6 % und lagen damit 35,8 % über dem Niveau vom November 2020. Die Mehrkosten für eine Tankfüllung von 50 Litern lagen im Jahresvergleich bei 18 Euro. „Anders als bei Strom und Erdgas zeichnet sich auf den Rohölmärkten eine leichte Entspannung ab. So sind die Preise auf den internationalen Handelsplätzen Anfang Dezember wieder leicht gesunken. Der Effekt ist zwar kaum spürbar, aber an den Zapfsäulen schon zu beobachten. Die Preise liegen aktuell wieder zwei bis drei Cent/Liter unter dem November Niveau.“, kommentiert Herbert Lechner, wissenschaftlicher Leiter in der Österreichischen Energieagentur und ergänzt: „Die massiven Preissteigerungen der letzten Monate werden damit freilich nicht aufgehoben“.

Strom und Gas – abgerechnet wird 2022

Die Haushaltspreise für Gas stiegen im November 2021 im Vergleich zum Oktober um 4,1 %. Im Jahresvergleich lagen die Gaspreise um 20,4 % über dem Wert vom November 2020. Die Haushaltspreise für Strom stiegen im Monatsvergleich um 0,4 %. Im Jahresvergleich lagen sie um 10,2 % höher. „Vor dem Hintergrund der Rekordpreise für Strom und Erdgas auf den Großhandelsmärkten scheinen die Veränderungen der Haushaltspreise im November sehr moderat. Viele Versorger haben aber bereits Preiserhöhungen für die nächsten Monate angekündigt, einige bereits umgesetzt. Den Effekt wird man erst im Jahr 2022 sehen. Da die Tarifanpassungen nicht zeitgleich erfolgen und im nächsten Jahr einerseits die Erneuerbaren-Förderpauschale und der Erneuerbaren-Förderbeitrag ausgesetzt und andererseits die Netzentgelte angehoben werden, sind die Auswirkungen auf den EPI noch nicht genau zu beziffern. In Summe ist aber ein weiterer Anstieg zu erwarten. Denn anders als noch zu Beginn des Jahres sind keine günstigen Angebote am Mark zu finden.“, so Herbert Lechner.

Auch Pellets und Brennholz teurer

Im Vergleich zum Oktober 2021 stiegen die Preise für Holzpellets im November um 4,6 %, im Jahresvergleich waren sie 6,0 % teurer. Die Preise für Brennholz verzeichneten ein Plus von 1,2 % im Vergleich zum Vormonat. Gegenüber dem November 2020 sind die Preise für Brennholz um 9,1 % gestiegen.

Fernwärme relativ preisstabil

Die Haushaltspreise für Fernwärme blieben gegenüber dem Vormonat unverändert. Im Jahresvergleich lagen die Fernwärmepreise um 3,4 % höher, das ist die geringste Steigerung der im EPI erfassten Energieträger.

VPI und EPI der letzten 12 Monate

Vergleich Verbraucherpreisindex (VPI) und Energiepreisindex (EPI) der letzten 12 Monate
[Quelle: Statistik Austria, Berechnung: Österreichische Energieagentur]

Leitungsgebundene Energieträger in den letzten 12 Monaten

Vergleich der leitungsgebundenen Energieträger (Strom, Gas, Fernwärme) in den letzten 12 Monaten.
[Quelle: Statistik Austria]

Feste Brennstoffe in den letzten 12 Monaten

Vergleich der Festen Brennstoffe (Brennholz, Holzbriketts, Holzpellets) in den letzten 12 Monaten
[Quelle: Statistik Austria]

Mineralölprodukte in den letzten 12 Monaten

Vergleich der Mineralölprodukte (Heizöl, Eurosuper, Dieseltreibstoff) der letzten 12 Monate
[Quelle: Statistik Austria]

Entwicklung des Rohölpreises (UK-Brent)

Aktuelle Entwicklung des Rohölpreises (UK-Brent)
[Quelle: Energy Information Administration]

Haftungsausschluss

Die Österreichische Energieagentur sowie alle bei der Erstellung der Indices beteiligten Experten haben deren Berechnung sowie inhaltliche Kommentare sorgfältig erstellt. Übermittlungs-/inhaltliche Fehler können dennoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Die Österreichische Energieagentur übernimmt daher keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte, insbesondere in Bezug auf eventuelle unmittelbare oder mittelbare Schäden, die durch die direkte oder indirekte Verwendung der angebotenen Informationen entstehen.