„Panta rhei - Alles bewegt sich fort und nichts bleibt.“

(Heraklit, 520 bis 460 v. Chr.)

Schon 500 Jahre vor Christus formulierte der griechische Philosoph Heraklit in seinem berühmten Satz die Erkenntnis, dass die Veränderung ein beständiger und natürlicher Prozess ist, dem alles unterworfen ist. Bis heute hat der Satz des Heraklit nichts an Bedeutung eingebüßt und wird auch im Energiebereich durch die Trends der jüngeren und jüngsten Vergangenheit bestätigt: Die Bestrebungen zur Eindämmung des Klimawandels führen zu neuen energie- und klimapolitischen Zielsetzungen und verstärken die Bedeutung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energiequellen. Die Preise etablierter fossiler Energieträger unterliegen massiven Schwankungen und beeinflussen die Energiemärkte, die Nutzung neuer Technologien und das Verhalten der Kunden.
 

Neue Herausforderungen für Politik und Wirtschaft

 

Die Veränderungen auf den globalen, europäischen und heimischen Energiemärkten stellen Politik und Wirtschaft vor neue Herausforderungen: Auf der einen Seite müssen politische Maßnahmen zur Erreichung von Zielen entwickelt und evaluiert werden. Auf der anderen Seite stehen die bisherigen Geschäftsmodelle von Unternehmen im Energiebereich auf dem Prüfstand und bedürfen einer Neubewertung unter Berücksichtigung der zukünftigen Marktentwicklung.

Für beide Gruppen von Akteuren gilt: zur Risikominimierung müssen die damit einhergehenden Unsicherheiten nicht nur qualitativ sondern auch quantitativ abgeschätzt werden.

 

„Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“

(Aristoteles, 384 v.Chr. - 322 v.Chr.)

Wie werden sich Energieverbrauch und –erzeugung unter verschiedenen Rahmenbedingungen bis 2030 oder 2050 entwickeln? Welchen Einfluss haben politische Maßnahmen auf die Erreichung energie- und klimapolitischer Ziele? Wie formen Technologien oder unser Verhalten die Entwicklungen unseres Energiesystems?

Das gegenwärtige Energiesystem in seiner Gesamtheit zu verstehen ist eine wesentliche Voraussetzung für die Beantwortung dieser und ähnlicher Fragestellungen und eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die Gestaltung der Energiezukunft. Herkömmliche Lösungen betrachten nur einen Teilbereich des Energiesystems und vernachlässigen dadurch die weitreichenden Abhängigkeiten zwischen den verschiedenen Akteuren und Teilbereichen.
 

Die Österreichische Energieagentur hat mit dem Energiesystemmodell ein Instrument entwickelt, das Analysen des österreichischen Energiesystems in seiner Gesamtheit bei gleichzeitiger technologiespezifischer Betrachtung ermöglicht: von der Nachfrage nach Energiedienstleistungen über verschiedene Umwandlungsketten bis hin zur Primärenergieaufbringung. Systemaufbau und Dateninput basieren auf dem umfangreichen Know-how und der langjährigen Erfahrung der Österreichischen Energieagentur als nationales Kompetenzzentrum für Energie.

Es handelt sich um ein lineares Optimierungsmodell und wurde unter Verwendung des Modellgenerators TIMES der IEA-ETSAP-Gruppe erstellt. TIMES/MARKAL-Modelle werden weltweit in ca. 200 Ländern von Energieexperten zur Entwicklung von regionalen, nationalen und globalen Energiesystemmodellen eingesetzt [NEEDS-Project (EU), Energy Technology Perspective (IEA), System for the Analysis of Global Energy markets (USA), EFDA-TIMES (EU), und viele mehr].

Das Energiemodell ermittelt die zur Erfüllung der Nutzenergienachfrage (z.B. beheizte oder beleuchtete Nutzfläche, Personenkilometer,…) erforderlichen Energieflüsse unter Berücksichtigung bestehender und zukünftiger Technologieketten. Die Bilanzierung der eingesetzten Primär- und Endenergieträger erfolgt nach der Energiebilanz der Statistik Austria. Die Darstellung ausgewählter Sektoren (private Haushalte, Dienstleistungsgebäude, Verkehr, Energie­aufbringung und -umwandlung) erfolgt unter Verwendung eines technologiespezifischen Bottom-up-Ansatzes, der es ermöglicht, sowohl technische als auch ökonomische Eigenschaften von Technologien explizit zu berücksichtigen. Der Zeithorizont der Modellierung reicht bis 2030, in ausgewählten Bereichen bis 2050.

 

Szenarien

Durch die Entwicklung quantitativer Szenarien lassen sich die Auswirkungen von Änderungen in einem Teil des Energiesystems auf das Gesamtsystem bestimmen. Die Art der Szenarien hängt immer von der Fragestellung ab, überblicksmäßig lassen sich diese Gruppen von möglichen Szenarien beschreiben.

                                                                                                                                  

Ergebnisse

Durch die Betrachtung des Energiesystems in seiner Gesamtheit lassen sich Ergebnisse maßgeschneidert auf die Fragestellung in unterschiedlichster Detailtiefe darstellen.  Ausgewählte Beispielergebnisse finden sich hier.
                                                                                                                                  

Unsere Referenzen - Ausgewählte Projekte und bisherige Auftraggeber

Das Energiemodell der Österreichischen Energieagentur wird seit 2009 laufend in verschiedensten Studien zur Entwicklung quantifizierter Szenarien des gesamten Energiesystems oder von Teilen davon eingesetzt. Wesentliche zu nennende Studien/Projekte finden sich hier.


                                                                                                                                  


Rückfragehinweis

Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency
Dr. Martin Baumann

Tel.: +43 (0) 1-586 15 24 -167

martin.baumann(at)energyagency.at

Mag. Angela Holzmann
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DI Günter Pauritsch
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