Energie- und Ressourceneffizienz im Gesundheitswesen

Um Energie- und Ressourceneffizienz im Spitalsbereich zu forcieren, wurde im Rahmen des EU-Projekts "Health" eine grenzüberschreitende Informationsdrehscheibe zwischen Krankenhäusern in Ost-Österreich und West-Ungarn aufgebaut.

Dazu wurden in drei österreichischen und drei ungarischen Krankenanstalten die Bereiche Wissens- und Qualitätsmanagement, Energiemanagement und Ressourcenmanagement analysiert und spezifische Verbesserungsvorschläge erarbeitet.

Die Österreichische Energieagentur war dabei zentral am Modul Energie beteiligt und untersuchte gemeinsam mit der Ressourcen Management Agentur das Otto Wagner Spital, das Krankenhaus Hietzing und die Krankenanstalt Rudolfstiftung.

Dabei wurde das Energieeffizienzpotenzial, das bei gleich bleibender Qualität der Versorgung in den untersuchten Krankenhäusern erwartet werden kann, erhoben und aufgezeigt, durch welche technischen und organisatorischen Maßnahmen eine Reduktion an Endenergie und CO2-Emissionen erreicht werden kann.

Den ersten Schritt bildete dabei die Erhebung des Energieverbrauchs der Krankenhäuser, die Aufgliederung des Energieverbrauchs nach Energieträgern sowie die entsprechende Zuteilung zu einzelnen Verbrauchern bzw. Verbrauchergruppen. Da derzeit in den Wiener Krankenhäusern lediglich der Gesamtenergieverbrauch der Krankenanstalten regelmäßig erfasst und dokumentiert wird, mussten fehlende Informationen mittels Literaturrecherchen, Energieaudits und Messungen erhoben werden, um den Energieverbrauch der einzelnen Energiesysteme abbilden zu können.

Analyse des Energieverbrauchs von Wiener Krankenanstalten (pdf)

Die in Österreichischen Krankenanstalten bereits umgesetzten Energieeffizienzmaßnahmen wurden in der Erhebung berücksichtigt. So wurde im Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien von 1998 bis 2010 bereits eine Vielzahl von innovativen Energieeffizienzmaßnahmen umgesetzt. Durch die Umsetzung dieser Maßnahmen konnte von 2000 bis 2010 eine Reduktion des Stromverbrauchs um 14,0%, des Fernwärmeverbrauchs um 7,5% und des Erdgasverbrauchs um 4,3% erreicht werden.

Energiebericht 2010 des Wiener AKHs (pdf)

Die Untersuchung ergab, dass thermische Sanierungsmaßnahmen mit Energieeinsparungen zwischen 8 und 47 % des Wärmeverbrauchs einhergehen. Durch Energieeffizienzmaßnahmen bei den HLK-Stromverbrauchergruppen (Ventilatoren, Kältemaschinen, Pumpen, Dampfbefeuchter) können Einsparungen von bis zu 18,3 % des HLK-Gesamtstromverbrauchs erreicht werden.

Energie- und CO2-Einsparpotential der Wiener Krankenanstalten (pdf)

Zur weiteren kontinuierlichen Ausschöpfung des Energieeffizienzpotenzials in den untersuchten Wiener Krankenhäusern wurde die Einführung eines Energiemanegementsystems (EnMS) empfohlen. Erst durch die Einführung eines EnMS wird es möglich, umgesetzte Effizienzmaßnahmen im eigenen Haus schnell und effektiv zu evaluieren sowie weitere Energieeinsparpotenziale zu identifizieren. Schließlich geht es darum, in Krankenanstalten eine langfristige Reduzierung der Kosten und der Treibhausgasemissionen bei gleich bleibender Qualität der Versorgung zu ermöglichen.

Projektdaten
AuftraggeberEuropäische Union - Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)
MA 27 – Stadt Wien
Projektleiter/inIng. Mag. Georg Trnka
ProjektteamManuel Mitterndorfer, MSc
DI Dr. Günter Simader
ProjektpartnerKRAGES - Burgenländische Krankenanstalten Ges.m.b.H – Lead Partner
KAGes Steiermärkische Krankenanstalten Gesellschaft m.b.H.
Soproni Erzsébet Oktató Kórház
Ressourcen Management Agentur
Vas Megyei Markusovszky Kórház Nonprofit Zrt.
Zala Megyei Kórház
Projektdauer10/2009 – 12/2012
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