Energieeffiziente Informations- und Kommunikationstechnologien im Haushaltsbereich

Die technische Entwicklung im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) und der Unterhaltungselektronik schafft für den Haushaltsbereich neue Anwendungen und Services, die zunehmend nachgefragt sind. Datenverarbeitungstechnologien und Technologien der Unterhaltungselektronik verschmelzen dabei zusehends. Wesentliche Treiber sind dabei das Internet sowie neue Technologien auf Geräteebene. Der gesamte Bereich der IKT (Bürogeräte, Telekommunikation und ein Großteil der Unterhaltungselektronik) ist heute für annähernd 10% des Stromverbrauches verantwortlich und verursacht in Österreich rund 5,5 TWh. Etwa die Hälfte davon fällt in Haushalten an.

Nachhaltige Gestaltung von IKT-Lösungen

Aufgrund der zunehmenden Durchdringung von IKT in sämtliche Produkt- und Lebensbereiche ist der Energiebedarf stark steigend und es bedarf vorausschauender Strategien, um die IKT-Lösungen der Zukunft möglichst nachhaltig zu gestalten und zu vermeiden, dass sich in diesem Bereich ein weiterer wesentlicher Treiber des Energieverbrauches entwickelt. Diese Zielsetzung soll durch dieses Projekt maßgeblich unterstützt werden.

Derzeit wird Energieeffizienz bei der Entwicklung, Herstellung und Nutzung der IKT-Infrastruktur nicht als einer der wichtigsten Faktoren verstanden, da in erster Linie die Performancemerkmale (insbesondere deren Vermarktung) und nicht der damit einhergehende Energieverbrauch zählen.

Durch energiebewusstes Entwickeln und Nutzen von Services und Geräten kann der IKT-bezogene Energieverbrauch signifikant reduziert und zugleich eine positive Auswirkung auf andere Bereiche im privaten und geschäftlichen Bereich erzielt werden. Dazu können innovative Ansätze sowohl auf der Komponenten (Chip)-Ebene als auch auf der System (Gerät)-Ebene und auf Protokoll- bzw. Nutzungs- und Kontrollebene angewandt werden. Auch ein energiebewusstes Verhalten der Nutzer kann einiges in Richtung Energieeinsparung bewegen. In diesem Projekt werden daher technologische Maßnahmen, die zu einer Reduktion des Energieverbrauchs führen können, in Betracht gezogen und die Energieeinsparpotentiale im Bereich von IKT-Technologien und Anwendungen ermittelt.

Mehr Komfort - höherer Energiebedarf

Moderne Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) ermöglicht im Bereich der privaten Nutzung zahlreiche neue Funktionen, Produkte und Services, die mehr Komfort versprechen, verursachen aber einen zunehmenden Energiebedarf, wenn es nicht gelingt, die technischen Lösungen sowohl Nutzwert als auch Effizienz orientiert zu gestalten.

Abbildung 1: Die IKT-Bereiche im Projekt

Entwicklung von Energieverbrauchsszenarios

Im ersten Schritt werden die Ist-Situation und die Entwicklungstrends im Bereich der IKT und deren Nutzung analysiert. Dies umfasst neben einer technologieorientierten Evaluierung auch eine Erfassung der aktuellen Nutzergewohnheiten im Umgang mit moderner IT, aus welcher typische Nutzungsmuster aber auch konkrete Bedürfnisse der Konsumenten/innen abgeleitet werden. Ausgehend vom Ist-Zustand und den Trends für die kommenden Jahre werden Szenarios für den zu erwartenden Energiebedarf für den business-as-usual Fall erstellt. Parallel dazu werden die besten bereits verfügbaren und die besten noch nicht verfügbaren Technologien untersucht und das theoretische Energieeffizienzpotenzial ermittelt.

Abbildung 2: Szenarien Entwicklung


Basierend darauf werden Energieverbrauchsszenarios erstellt (Abb. 2), welche die Optionen und das Potenzial für Energieeinsparungen durch nachhaltige IKT aufzeigen. Neben technologischen Optionen werden dabei auch Strategien zur Bewusstseinsbildung bei Konsumenten und zur Stimulierung eines nachhaltigen Nutzerverhaltens berücksichtigt. Schließlich werden Empfehlungen für politische Maßnahmen formuliert, die eine nachhaltige Entwicklung der IKT für den Bereich der privaten Nutzung unterstützen. Dabei werden insbesondere die in Österreich gegebenen Potenziale für Forschung, Entwicklung und Implementierung berücksichtigt.


Download Endbericht (pdf)


Dieses Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms "NEUE ENERGIEN 2020" durchgeführt.

Projektdaten
AuftraggeberKlima- und Energiefonds
Projektleiter/inDI Thomas Bogner
ProjektteamDr. Bernd Schäppi
ProjektpartnerDr. Slavisa Aleksic, Technische Universität Wien, Institute of Telecommunications - ITC
Projektdauer03/2010 – 10/2012