Smart Heating – Energieeffiziente und schadstoffarme Heizungsanlagen

Während die Effizienz von Heizkesseln auf dem Prüfstand bereits hohe Werte erreicht, wird bei geändertem Nutzerverhalten ohne Komfortverlust noch hohes Einsparpotenzial erwartet.

In diesem Projekt soll ein Konzept für Dauermessungen von Energieverbrauch, Effizienz und Schadstoffen bei Heizungen v.a. Kohlenmonoxid und Stickoxide (CO und NOx) entwickelt werden.
Die Daten können in Echtzeit BenutzerInnen oder Behörden zur Verfügung gestellt werden, sodass eine schnelle Reaktion auf Grenzwertüberschreitungen möglich ist.
Entscheidend sind rechtliche und technische Fragestellungen, die Kostenfrage und die Sicht von Konsumenten und Behörden.

Entwicklung eines benutzerfreundlichen Messverfahrens

Zunächst werden EndkundInnen und Betrieben bzw. Behörden nach den nötigen Anforderungen eines solchen Systems befragt. Dies erfolgt im Rahmen einer Conjoint-Analyse, bei der aus jeder der beiden Fokusgruppen 50 TeilnehmerInnen bezüglich ihrer Erwartungen, Vorschläge, Bedenken etc. befragt werden.

Darauf aufbauend wird ein Messverfahren entwickelt, das die Anforderungen bezüglich Genauigkeit, Zuverlässigkeit und Lebensdauer sowie Benutzerfreundlichkeit, Datenschutz etc. bestmöglich erfüllt. Weiters wird das technisch-wirtschaftliche Potenzial des Messverfahrens analysiert. Die Messeinrichtungen sollen technisch einfacher, kostengünstiger und kundenfreundlicher als bestehendes externes Equipment sein (Zielpreis < 200 Euro).

Im nächsten Schritt erfolgen der Einbau des Messequipments in repräsentative Gaskessel bzw. in Elektro-Wärmepumpen und die Validierung im Labor:

  • Gasboiler und Elektro-Wärmepumpe 10-20 kW
  • Testdauer: Winterperiode von 3-4 Monaten.
  • Gasboiler mit Sensoren für CO oder NOx.
  • Stresstestbedingungen im Labor (schnelle Temperaturzyklen, hohe Temperaturen über langen Zeitraum etc.)

Ziel ist es, dass der Kunde den Energieverbrauch seiner Heizung laufend kontrollieren und optimieren kann, sowie sein Nutzerverhalten ändert, etwa durch Anzeige falscher Einstellungen oder von Serviceintervallen.

In einer zweiten Befragung soll das entwickelte Messkonzept bezüglich Akzeptanz bei Endkunden, Installateuren, Kesselherstellern, Rauchfangkehrern etc. evaluiert werden. Das Equipment soll getestet und die Bedienbarkeit, Verlässlichkeit etc. bewertet werden.

Die Projektergebnisse werden den verantwortlichen Stellen von Bund und Ländern präsentiert. Mit Behörden soll die Datenübermittlung erörtert werden. Die Erkenntnisse über ineffiziente, schadstoffintensive Gerätezustände sollen in das Ausbildungssystem der HLK-Branche einfließen, damit bei der Neuinstallation typische Installationsfehler vermieden werden können. Vorschläge für Grenzwerte und Überprüfungsvorschriften werden erarbeitet.

Förderungen, Benachmarking und Datenbank als weiterer Output

Die Projektergebnisse sollen die effizientere Vergabe von Förderungen unterstützen.
Weiters wird die Basis für ein mögliches Benchmarking-System erarbeitet. Durch permanente Messung von Verbräuchen und Effizienzwerten können Inspektionen zielgerichteter durchgeführt werden. Dieses System könnte in einer Effizienz-Datenbank münden, aus der ersichtlich ist, welche Heizungen besonders effizient sind.
Zusätzlich werden volkswirtschaftliche Effekte bei einer breiteren Implementierung der Projektergebnisse untersucht.

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms "NEUE ENERGIEN 2020" durchgeführt.

Projektdaten
AuftraggeberKlima- und Energiefonds
Projektleiter/inDI Franz Zach
DI Dr. Günter Simader
ProjektpartnerVaillant GmbH
Vaillant Austria GmbH
Projektdauer05/2011 – 04/2013