Volkswirtschaftliche Effekte der Energiemarktliberalisierung

Vor 20 Jahren wurde im Rahmen des 1. Energie-Binnenmarktpakets der EU, die Liberalisierung des österreichischen Strom- und Gasmarktes realisiert. Dies ermöglichte ab Oktober 2001 allen Stromkund:innen und ab Oktober 2002 allen Gaskund:innen die freie Wahl ihres Lieferanten.

Anlässlich des Jubiläums hat die vorliegende Studie die energie- und volkswirtschaftlichen Effekte der Liberalisierung evaluiert. Österreichische Haushalte ersparten sich bis 2019 durch die Strommarktliberalisierung durchschnittlich 305 Mio. Euro pro Jahr, Nicht-Haushalte sogar 347 Mio. Euro pro Jahr. Kumuliert bedeutet das eine Ersparnis von über 13 Mrd. Euro seit Beginn der Liberalisierung. Betrachtet man zusätzlich noch die indirekten Effekte der deutschen Energiewende, welche ohne liberalisierten Strommarkt in dieser Form in Österreich vermutlich nicht angekommen wären, dann steigt die Ersparnis um mehr als das Doppelte.

Im Gasbereich setzten die Liberalisierungseffekte zwar zeitverzögert ein, jedoch konnten sich Haushalte immerhin rund 149 Mio. Euro pro Jahr ersparen. Bei Nicht-Haushalten betrug die Ersparnis sogar rund 630 Mio. Euro pro Jahr.1

Auf die österreichische Volkswirtschaft hatte die Energiemarktliberalisierung ebenfalls positive Effekte. So wurden (netto) rund 10.000 Jobs geschaffen und das BIP um gut 0,4 % gegenüber einem Szenario ohne Energiemarktliberalisierung gesteigert.

 

Bildrechte, Titelbild: Mathieu Stern / unsplash.com

Projektdaten
AuftraggeberE-Control
Projektleiter/inLukas Eggler
ProjektteamKarina Knaus
Clemens Schwarzmaier
ProjektpartnerCESAR – Centre of Economic Scenario Analysis and Research
Projektdauer05/2021 – 11/2021