Dezentrale Energiesysteme mit stationären Brennstoffzellen

Sauberer Strom und Wärme können über verschiedene Wege bereitgestellt werden. Eine Möglichkeit ist die Nutzung von Wasserstoff, welcher auf unterschiedliche Weise erzeugt werden kann. Der klimafreundlichste Weg ist die Erzeugung von grünem Wasserstoff. Dieser kann mithilfe eines Elektrolyseurs durch Strom aus Wind-, Wasser- und Sonnenergie erzeugt und gespeichert werden. Wird mehr Strom benötigt als vorhanden ist, kann der gespeicherte Wasserstoff mithilfe einer Brennstoffzelle effizient rückverstrom werden.

Eine Brennstoffzelle als dezentrales Energiesystem bietet daher einige Vorteile. An sonnenreichen Sommertagen kann der überschüssige Photovoltaikstrom in Wasserstoff umgewandelt und bis in die sonnenarmen Wintermonate gespeichert werden. Da eine Photovoltaikanlage in den Wintermonaten kaum Strom produziert, kann mithilfe der Brennstoffzelle Strom bereitgestellt werden. Dies erhöht die Versorgungssicherheit des grünen Zukunfts-Energiesystems maßgeblich.

Die Österreichische Energieagentur arbeitet im Zuge einer Forschungskooperation der Internationalen Energieagentur (Technology Collaboration Programme, TCP) im Annex 33 des „Advanced Fuel Cell TCP“ mit 10 Ländern zusammen:

Finnland| Deutschland | Frankreich | Israel | Italien | Japan | Korea | Schweden | Schweiz | USA

Die Tasks des Annex 33 unterteilen sich in vier Subtasks:

  • Subtask 1: Brennstoffzellen für den Einsatz in Wohngebäuden
  • Subtask 2: Verschiedene Brennstoffe für stationäre Brennstoffzellen
  • Subtask 3: Chancen und/oder Risiken für Brennstoffzellen durch relevante europäische Richtlinien und andere internationale Rahmenbedingungen
  • Subtask 4: Große Brennstoffzellenanlagen und Entwicklungen der MCFC-Technologie

Die Österreichische Energieagentur arbeitet an allen Subtasks mit und leitet den Subtask 3 zur Analyse relevanter EU-Richtlinien und Verordnungen. Dabei wird die nationale Umsetzung der Richtlinien in ausgewählten Beispielländern in Bezug auf etwaige Chancen und Hemmnisse für die Marktimplementierung von stationären Brennstoffzellen untersucht.

Neben der intensiven Kooperation (Teilnahme an Meetings und Workshops, aktive Dissemination, etc.) im Zuge dieses Projekts wird unter aktiver Einbindung relevanter heimischer Stakeholder eine österreichische Variante des erfolgreichen japanischen „EneFarm“ Projektes konzipiert, wobei Erfolgsfaktoren internationaler Programme analysiert und auf die österreichischen Spezifika umgelegt werden. Dabei sollen die Voraussetzungen für die Nutzung (z.B. Förderungen) von stationären Brennstoffzellen zur lokalen Strom- und Wärmeproduktion (sowie Energiespeicherung in Form von Wasserstoff) identifiziert werden. Besonders die Wirtschaftlichkeit und eventuelle rechtliche Hürden stehen dabei im Fokus.
Weiters werden geeignete Zielgruppe bzw. Anlagengrößen, ab welchen sich die Verwendung stationärer Brennstoffzellen rechnet (z.B. Einfamilienhaus, Wohnanlagen, klimafreundliche Quartiere, etc.), eruiert.

Workshop

Am 05. Mai 2022 wurde im Zuge des Projekts ein abschließender Workshop mit dem Titel „Dezentrale Energiesysteme mit stationären Brennstoffzellen“ abgehalten, in dem die gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse des Projekts präsentiert wurden. Zusätzlich wurden der derzeitige Stand der Brennstoffzellentechnologie, internationale Demonstrationsprojekte sowie die Brennstoffzellenportfolios verschiedener Hersteller vorgestellt.
Im Folgenden können Sie sich den Mitschnitt des Workshops ansehen sowie die Präsentationsfolien der einzelnen Vortragenden herunterladen.

>> Workshop (Video auf YouTube)

Agenda & Präsentationsfolien (PDF):

Agenda – Dezentrale Energiesysteme mit stationären Brennstoffzellen

Dezentrale Energiesysteme mit stationären Brennstoffzellen in Energiegemeinschaften bzw. klimaneutralen Quartierslösungen | AEA, Günter Simader & Patrick Vidovic

Aktivitäten des Advanced Fuel Cells TCP Übersicht weltweite Entwicklungen (Fokus: stationäre Brennstoffzellen) | AEA, Günter Simader & Patrick Vidovic

Vorstellung der stationären Produktentwicklungen von Bosch | Bosch, Paul Rosner, MSc. & Paul Deinhofer, MSc.

Netzdienliche Energiegemeinschaften - Projekt CLUE | Energienetze Steiermark, DI Dr. Gregor Taljan

Wasserstofflösungen von Fronius | Fronius, Richard Schuster

Dezentrale Brennstoffzellengeräte von Viessmann | Viessmann Climate Solutions SE, Jean Pierre Vial

 

Verwandte Projekte/Links:

Aktive Österreichische Unterstützung zur Entwicklung und Marktimplementierung von Brennstoffzellen

Österreichische Beteiligung am Annex 33 des Technology Collaboration Programme der IEA (2014-2019)

Projekt „IEA ANNEX 33 Stationary Fuel Cell Applications“

HyLAw National Workshop

Forschungsprojekt: Was braucht es, damit Brennstoffzellen zum Erfolg werden?

 

       

Dieses Projekt wird im Rahmen der IEA-Forschungskooperation im Auftrag des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie durchgeführt.

Projektdaten
AuftraggeberFFG
Projektleiter/inDI Dr. Günter Simader
ProjektteamPatrick Vidovic, MSc.
ProjektpartnerAustrian Institute of Technology (AIT)
Projektdauer11/2019 – 05/2022