Wie steht es Österreich- und Weltweit um die stationären Brennstoffzellen?

Sauberer Strom und Wärme kann auf viele Wege bereitgestellt werden. Eine Möglichkeit ist die Nutzung modernster Brennstoffzellentechnologie! Stationäre Brennstoffzellen werden ein wesentlicher Bestandteil des zukünftigen Energiesystems sein. Mit ihrer Hilfe kann Wasserstoff (oder Erdgas)  – produziert bei hoher Verfügbarkeit von Wind-, Wasser- und Sonnenergie (vorwiegend im Sommer) – dann genutzt werden, wenn die Energie in Form von Strom und Wärme benötigt wird (z.B. im Winter). Dies erhöht die Versorgungssicherheit des grünen Zukunfts-Energiesystems maßgeblich.

Die Österreichische Energieagentur arbeitet im Zug einer Forschungskooperation der Internationalen Energieagentur (Technology Collaboration Programme, TCP) im Annex 33 des „Advanced Fuel Cell TCP“ mit 10 Ländern zusammen:

Finnland| Deutschland | Frankreich | Israel | Italien | Japan | Korea | Schweden | Schweiz | USA

Die Tasks des Annex 33 umfassen:

  • Identifizierung von Forschungsbereichen, die intensivierte Anstrengungen benötigen
  • Analyse des Markts für stationäre Brennstoffzellen im Gebäudebereich in Bezug auf Wirtschaftlichkeit und ökologischem Nutzen, einschließlich der politischen Rahmenbedingungen
  • Implikationen für stationäre Brennstoffzellen durch die Einführung neuer Richtlinien bzw. Gesetze und Normen
  • Analyse der Technologie- und Marktentwicklung von großen Brennstoffzellenanlagen
  • Analyse der Rolle von Brennstoffzellen in zukünftigen Energiesystemen mit Fokus auf die Verwendungen von erneuerbaren Brennstoffen und der Sektorkopplung

Von der Österreichischen Energieagentur wird der Subtask zur Analyse relevanter EU-Richtlinien und Verordnungen geleitet. Dabei wird insbesondere die Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen seit der letzten Analyse aus dem Jahr 2016 analysiert. Ein weiterer Fokus liegt auf den kürzlich erschienen EU-Strategien zu Wasserstoff und zu einem integrierten Energiesystem und der Frage, welche Rolle stationäre Brennstoffzellen in diesen Strategien haben. Die Analyse soll etwaige Chancen und Hemmnisse für die Marktimplementierung von stationären Brennstoffzellen aufzeigen.

Im Zuge dieses Projektes wird außerdem, neben der intensiven Kooperation (Teilnahme an Meetings und Workshops, aktive Dissemination, etc.), unter aktiver Einbindung relevanter heimischer Stakeholder eine österreichische Variante des erfolgreichen japanischen „EneFarm“ Projektes konzipiert. Bei dem Konzept geht es darum, Erfolgsfaktoren internationaler Programme zu analysieren und auf die österreichischen Spezifika umzulegen. Dabei sollen die Voraussetzungen für die Nutzung (z.B. Förderungen) von stationären Brennstoffzellen zur lokalen Strom- und Wärmeproduktion (oder gar Energiespeicherung in Form von Wasserstoff) aufgedeckt werden. Besonders die Wirtschaftlichkeit und eventuelle rechtlichen Hürden stehen dabei im Fokus.

Neben der Identifizierung unterschiedlicher Business-Cases steht natürlich auch die Frage im Raum, für welche Zielgruppe bzw. Größe sich die Verwendung der stationären Brennstoffzellen rechnen kann (z.B. Einfamilienhaus, Wohnanlagen, kleine gewerbliche Gebäude wie Pensionen, etc.). Dazu wird eine Modellierung zur Abbildung des energetischen Betriebsverhaltens stationärer Brennstoffzellensysteme in unterschiedlichen Gebäudearten und energetischen Gebäudestandards durchgeführt.

Verwandte Projekte/Links:

Aktive Österreichische Unterstützung zur Entwicklung und Marktimplementierung von Brennstoffzellen

Österreichische Beteiligung am Annex 33 des Technology Collaboration Programme der IEA (2014-2019)

Projekt „IEA ANNEX 33 Stationary Fuel Cell Applications“

HyLAw National Workshop

Forschungsprojekt: Was braucht es, damit Brennstoffzellen zum Erfolg werden?

 

       

Dieses Projekt wird im Rahmen der IEA-Forschungskooperation im Auftrag des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie durchgeführt.

Projektdaten
AuftraggeberFFG
Projektleiter/inDI Dr. Günter Simader
ProjektteamDI Stefan Reuter
ProjektpartnerAustrian Institute of Technology (AIT)
Projektdauer11/2019 – 05/2022