Aktive Österreichische Unterstützung zur Entwicklung und Marktimplementierung von Brennstoffzellen

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat seit 1990 mit der Gründung des Implementing Agreement on Advanced Fuel Cells (IA AFC) – nun Technology Collaboration Programme (AFC TCP) – einen Forschungsschwerpunkt bei Brennstoffzellen-Systemen gesetzt (Österreich trat Programm 2004 bei), der bis Februar 2024 verlängert wurde.

Das Hauptziel der neuen Periode ist die forcierte Technologieentwicklung von Schlüsselkomponenten und -systemen von Brennstoffzellen und in weiterer Folge die Unterstützung der Markteinführung (inkl. Identifizierung und Abbau von Implementierungsbarrieren).

Nationale wie internationale Forschung, Institutionen, Hersteller und Energieversorger trieben die Entwicklung der Brennstoffzelle in den letzten Jahren stark voran. Ziel war und ist die serienreife emissionsarme Brennstoffzelle, flexibel kombinierbar zu hocheffizienten, dezentralen Energiesystemen. Internationale Erfolge und Fortschritte in diesem Bereich werden nach und nach sichtbar:

Die Spitzenreiter in der Brennstoffzellen Technologie

Die beiden front-runner im stationären Bereich sind die Länder Japan und in Korea. Seit Programmstart wurden in Japan rund 350.000 Brennstoffzellenheizgeräte für die Gebäudeversorgung ausgeliefert. Waren zu Beginn erhebliche Förderungen für die Marktüberführung erforderlich, sind diese Förderungen nunmehr bereits ausgelaufen (für die PEM-Technologien) bzw. bereits auf einem sehr niedrigen Niveau (für die oxidkeramischen Technologien). Die Preise für die PEM Systeme haben ein Level von USD 7.000erreicht.

Im Gegenzug legt Korea den Schwerpunkt auf große Projekte (>100 kW). Im Jahr 2019 waren bereits knapp 400 MW an stationären Brennstoffzellen in diesem Bereich installiert, weitere 200 MW befinden sich in Planung.

Standen bis dato fossil basierte Systeme im Vordergrund, gehen die Entwicklung nun zu reinen Wasserstoffsystemen. 

Mobile Anwendungen und Kleinanwendungen

Neben den stationären Anwendungen spielen mobile Anwendungen und Kleinanwendungen eine entscheidende Rolle im TCP. Derzeit geschieht viel Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der mobilen Anwendungen. Neben klassischen Einsatzgebieten in der Mobilität (PKW, Busse, LKW, Bahn) sowie Gabelstaplern geschehen derzeit viele Implementierungen in anderen Bereichen/Produkten wie z.B. Portable Energieversorgung (z.B. fürs Militär), Schiffen, Schneemobilen, Flugzeugen, Drohnen, Motorrädern oder Fahrrädern, etc. Besondere Entwicklungsdynamik besteht derzeit bei Anwendungen im Bereich des Schwerverkehrs, der von China dominiert wird.

Projektschwerpunkte der nächsten drei Jahre

Das Hauptziel sowie der Schwerpunkt im Zeitraum vom 01.07.2019 bis 30.06.2022 sind weiterhin die forcierte Technologieentwicklung von Schlüsselkomponenten und -systemen von Brennstoffzellen sowie Unterstützung der Marktimplementierung durch Analyse und Entwicklung der hierfür erforderlichen politischen Rahmenbedingungen und Instrumente. Ein zusätzlicher Fokus liegt auf dem Thema Implementierungsbarrieren und unterstützende Maßnahmen für Geschäftsmodelle.

Ziel ist es Analysen/Berichte/Medieninformationen zu erarbeiten und der IEA, nationalen sowie internationalen Entscheidungsträgern, umsetzungsorientierten Unternehmen, Institutionen sowie der breiten Öffentlichkeit (inkl. Medien) zur Verfügung zu stellen.

Die geplanten Aktivitäten inkludieren:

  • Durchführung und Monitoring von F&E-Aktivitäten (inkl. der Analyse der Kosten für Zellen, Stacks und Systeme)
  • Evaluierung von laufenden Demonstrationsprojekten
  • System- und Marktanalysen (inkl. technologischer, ökonomischer und ökologischer Aspekte) aus Sicht der:
    o Regulativen Rahmenbedingungen
    o Applikation von verschiedenen möglichen Brennstoffen und Reformierungsanforderungen
    o Nischenmärkte (Identifikation und Bewertung von Nischenmärkten)
  • Analyse von Markt- bzw. Umsetzungsbarrieren
  • Verstärkte Disseminations- und Verbreitungsaktivitäten (inkl. Newsletter, Annual Reports, Workshops, spezifische Reports zu aktuellen Themen etc.).

Das TCP-AFC Programm strukturiert sich in 8 Annexe (siehe Grafik), wobei Österreich im Annex 31 PEM Brennstoffzellen (TU Graz), Annex 33: Stationäre Anwendungen (Österreichische Energieagentur), Annex 34: Transportanwendungen (HycentA) und Annex 35 Portable Anwendungen (TU Graz) teilnimmt. Zusätzlich ist die Österreichische Energieagentur wichtiger langjähriges Mitglied des Executive Komitees! (Mehr Infos zum IEA AFC siehe auf hier)



(Quelle: Österreichische Energieagentur)

Neben Österreich nehmen noch folgende Staaten an dem Programm teil:

China - Society of Automotive Engineers of China (SAE China)
Dänemark - Danish Energy Agency
Deutschland - Forschungszentrum Jülich GmbH
Frankreich - Commissariat à l'énergie atomique et aux énergies alternatives (CEA)
Israel - Ministry of Energy
Italien - Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l'energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA)
Japan -New Energy and Industrial Technology Development Organization (NEDO)
Kroatien - University of Zagreb, Faculty of Mechanical Engineering and Naval Architecture
Mexiko - Instituto de Investigaciones Eléctricas (IIE)
Spanien - Centro Nacional del Hidrógeno (CNH2)
Schweden - Swedish Energy Agency
Schweiz - Schweizerische Eidgenossenschaft (Swiss Federal Office of Energy) / E4tech Sárl
Südkorea - Korean Institute of Science and Technology (KIST)
USA - Department of Energy / National Energy Technology Laboratory

Exco-Vertreter

Österreichische Energieagentur
DI. Dr. Günter Simader
Mariahilfer Straße 136
A-1150 Wien
Tel.: +43 (1) 586 1524 124
E-Mail: guenter.simader(at)energyagency.at
Web: www.energyagency.at

Alternate

Österreichische Energieagentur
DI Stefan Reuter
Mariahilfer Straße 136
A-1150 Wien
Tel.: +43 (1) 586 1524 175
E-Mail: stefan.reuter(at)energyagency.at
Web: www.energyagency.at

Weiterführende Informationen


    

 

Dieses Projekt wird im Rahmen der IEA-Forschungskooperation im Auftrag des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie durchgeführt.

 


Projektdaten
AuftraggeberFFG
Projektleiter/inDI. Dr. Günter Simader
ProjektteamDI Stefan Reuter
Projektdauer12/2019 – 11/2022
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