Energiemanagement für Österreich

Warum Energiemanagement?

Der Endenergieverbrauch der Sachgüterproduktion in Österreich stieg zwischen 1998 und 2008 um 32 %, der Stromverbrauch im gleichen Zeitraum sogar um 42 %. Die derzeit bestehenden politischen Instrumente (Emissionshandel, Energieabgabe, Umweltförderung Inland) werden als nicht ausreichend erachtet, um den Energieverbrauch in Unternehmen wesentlich zu beeinflussen.
Energiemanagement als breiter Ansatz, der neben Energiecontrolling auch Schulungen, Vorschlagswesen, Maßnahmenpläne, strukturierte Einbindung des Managements usw. umfasst, ist die Voraussetzung für kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz auf betrieblicher Ebene.

Umsetzung von Energiemanagement

Im vorliegenden Projekt erhob die Österreichische Energieagentur gemeinsam mit den Partnern OEKV und KEC in 20 österreichischen Betrieben vor Ort und in 80 weiteren telefonisch den Status von Energiemanagement und bewertete diesen im Vergleich zu den Anforderungen der Norm EN 16001. Insbesondere bei folgenden Punkten besteht Verbesserungspotenzial:

  • Definition von Einsparzielen und Umsetzungsprogrammen,
  • Festlegen von Parametern mit Einfluss auf den Energieverbrauch von Produktionsprozessen,
  • konkrete Definition von Effizienzkriterien zur Beschaffung von Produkten und Anlagen,
  • Festschreiben von Verantwortlichkeiten im Energiebereich,
  • Erstellung von Schulungsplänen im Energiebereich und
  • gezielte Energiedatenerhebung auf Verbraucherebene.

Fünf ausgewählte Betriebe führten mit Unterstützung der Partner Energiemanagementsysteme ein. Zwei dieser Unternehmen ließen sich die Einführung gemäß der EN 16001 durch eine Zertifizierungsorganisation bereits bestätigen.

Auf Basis des Energiemanagement-Checks und Abschätzungen zu möglichen Einsparpotenzialen können in Österreich rund 4,3 % des gesamten Endenergieverbrauchs in den Sektoren Dienstleistung und Sachgüterproduktion eingespart werden. Das würde bis zu 300 Mio. EUR Energiekosteneinsparungen bedeuten.

Das Projektkonsortium erarbeitete eine Aufstellung der gesetzlichen energierelevanten Bestimmungen für die einzelnen Betriebe sowie Wartungslisten und Beschaffungsrichtlinien. Diese Dokumente können Betriebe zur Umsetzung der Anforderungen eines Energiemanagementsystems übernehmen.

Zur flächendeckenden Umsetzung prüfte das Konsortium auch mögliche Zertifizierungssysteme und politische Anreizsysteme. Hier sollte in Österreich einerseits eine gesetzliche Verankerung der Einführung von Energiemanagement erfolgen und beispielsweise ein entsprechendes Zertifikat dem Antrag zur Energiesteuer-Rückerstattung beigelegt werden. Flankiert würde diese Anforderung mit einem System mit freiwilligen Vereinbarungen zwischen Unternehmen und einer öffentlichen Stelle zur Umsetzung von vordefinierten oder bilateral vereinbarten Maßnahmen und Erreichen von bestimmten Effizienzzielen.


Dieses Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms "NEUE ENERGIEN 2020" durchgeführt.

Projektdaten
AuftraggeberKlima- und Energiefonds
Projektleiter/inMag. DI Konstantin Kulterer
ProjektteamMag. Petra Lackner
DI (FH) Julia Gsellmann