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Resilienz: COVID 19 und die Wertschöpfungskette Forst und Holz

Resilienz: Studie zu forstwirtschaftliche Wertschöpfungs­ketten

Im Projekt „Resilienz“ wurde die Corona-Krise und deren Auswirkungen auf die land- und forstwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten in Österreich untersucht. Insbesondere wurden erste Lehren aus der Covid-19-Krise gezogen. Die Österreichische Energieagentur war für die Analyse eines Teilprojekts zu Forst und Holz zuständig, insbesondere zur Verknüpfung von Holzströmen mit monetären Daten des WIFO. Zudem wurde ein Stimmungsbild bei Forstunternehmen und Logistikbetrieben im Hinblick auf die Auswirkungen der Corona-Krise erstellt.

Im Projekt wurden die komplexen Verflechtungen der Wertschöpfungskette Forst-Holz sowie die Herausforderungen einer Datenhomogenisierung sichtbar. Insgesamt lässt sich feststellen, dass eine Deckung der (physikalischen) Holzströme und der (monetären) Branchendaten zu weiten Teilen u.a. aus Gründen der Geheimhaltung derzeit nicht in Übereinstimmung gebracht werden können. Die sektorale Gliederung der Branchen deckt sich Großteils nicht mit der Rohstoff-, bzw. Produktklassifizierung der Holzströme, was eine Verschneidung der Datenfragmente erschwert. Eine umfassende Harmonisierung der Daten ist mit einem entsprechend großen Aufwand verbunden.

Auswirkungen der Corona-Krise

Mittels Befragungen wurden zudem folgende Themenbereiche untersucht: Auswirkungen der Corona Krise auf den Betrieb, Anpassungsmaßnahmen, Digitalisierung im Betrieb, Effektivität von staatlichen Hilfsprogrammen, Krisenfestigkeit des Unternehmens und Einschätzung der zukünftigen Unternehmensentwicklung. Die Ergebnisse sind als Momentaufnahme innerhalb der Branche zu verstehen. Ein im Oktober 2020 erstelltes Stimmungsbild des Fachverbandes der Holzindustrie Österreichs stellte bereits fest, dass die Auswirkungen der Corona-Krise in den einzelnen Sektoren unterschiedlich aufschlugen. Dies konnte mit der im Zuge dieses Projektes durchgeführten Umfrage innerhalb des Sektors der Holzlogistik, bestätigt werden.

Differenziertes Bild: Negative, keine oder positive Auswirkungen

Während Kleinstunternehmen wenig bis keine Auswirkungen der Corona-Krise feststellten, gaben Kleinunternehmen im Gegensatz dazu an, negative Auswirkungen zu verzeichnen. Allem voran wurden Auftragsrückgänge, der Ausfall von Arbeitskräften, Preisrückgänge und höhere Kosten für Betriebsmittel registriert. Im Kontrast dazu berichtet ein Großunternehmen (>250 Beschäftigte) von „stark positiven“ Auswirkungen der Corona-Krise. Zu diesen gehörte nach eigenen Angaben eine gesteigerte Nachfrage (insbesondere regionaler Produkte und damit lokaler Transporte, d.h. kurzer Strecken mit hohem Transportaufkommen), die Zunahme von Aufträgen, eine erhöhte Wertschätzung durch Kunden und Kundinnen, sowie eine erhöhte Flexibilität der Lieferketten durch Schaffung und Nutzung von Alternativen. Die staatlichen Hilfsmaßnahmen wurden von allen Umfrage-Teilnehmern durchgängig mit „eher hilfreich“ bis „sehr hilfreich“ eingestuft.

Flexibilisierung des Betriebes

Als Anpassungsmaßnahme wurde von allen Unternehmen eine Flexibilisierung des Betriebes angegeben. Während große Unternehmen eine Diversifizierung des Angebotes als Anpassungsmaßnahme angab, nannten Kleinunternehmen die Konzentration auf wenige Betriebs- und Logistikzweige und Regionen als strategische Anpassung. Die Krisenfestigung der Unternehmen wurde generell zwischen „mittelmäßig“ bis „sehr stark“ angegeben.

Digitale Maßnahmen wurden von Kleinstunternehmen unabhängig von der Krise bislang wenig bis gar nicht in Erwägung gezogen. Jedoch werden die Überwachung betrieblicher Anlagen über das Internet sowie regelmäßige Online Recherchen zur Informationssuche für betriebliche Zwecke seit längerem genutzt, das heißt auch schon vor der Krise. Kleine und große Unternehmen nutzten digitale Werkzeuge bereits vor der Krise. Zusätzlich wurde durch die Krise die Online-Kundenakquise und die verstärkte digitale Kommunikation angegeben.

Handlungsempfehlungen

Aus der aktuellen Studie leiten sich Handlungsempfehlungen zu zwei Themenkreisen ab:

Datenerfassung und Monitoring der Forst- und Holzwirtschaft, sowie der Nutzung der Nebenprodukte

  • Vereinheitlichung der Bezugsbasis der Primardaten
  • Erhöhte räumliche Auflösung der Primärdaten
  • Gezielte Klassifizierung und Erfassung der Holznebenprodukte

Unterstützung der Holzlogistik-Branche zur Verbesserung der betrieblichen Resilienz

  • Entwicklung von Strategien zur besseren digitalen Vernetzung
  • Weiterbildungsprogramme für den Ausbau des internen Controllings, den möglichen Aufbau von Eigenkapital und der Flexibilisierung des Betriebs
  • Informationskampagnen zu den staatlichen Hilfsmitteln und Maßnahmen (z.B. Waldfonds)

 

Weiterführende Informationen

WIFO (Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung)

BML (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft)

(Vormals Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus - BMLRT)

 

Projektdaten

Auftraggeber:in BMLRT
Projektleitung DI Bernhard Wlcek
Projektpartner WIFO
Projektdauer Jänner 2021 – April 2021

Ansprechperson

Mitarbeiterfoto von Lorenz Strimitzer, Head of Center Renewable Materials & Resources

Head of Center Renewable Materials & Resources

DI Lorenz Strimitzer

E-Mail Adresselorenz.strimitzer@energyagency.at