Energiepreisindex (EPI) der Österreichischen Energieagentur

Die Österreichische Energieagentur analysiert den monatlich berechneten Energiepreisindex (EPI) für private Haushalte aus den Daten zum Verbraucherpreisindex (VPI) der Statistik Österreich.

Jahresrückblick 2019

Die Energiepreis-Entwicklung für das Jahr 2019 finden Sie hier im Detail.


Hier finden Sie ein kurzes Video (Link auf YouTube) mit unserer Expertin Karina Knaus zu den Entwicklungen des Energiepreisindex im Jahr 2019. Wir freuen uns, wenn Sie dieses in die redaktionelle Berichterstattung einbinden.

Energiepreise im August 2020 mit wenig Veränderungen

  • Heizöl und Treibstoffe weiterhin unter den Vorjahrespreisen
  • Auch Rohölpreis auf niedrigem Niveau


Hier finden Sie ein kurzes Video (Link auf YouTube) zum aktuellen Energiepreisindex. Wir freuen uns, wenn Sie dieses in die redaktionelle Berichterstattung einbinden.

 

Wien, 16. Oktober 2020 Im August lagen die Energiepreise für heimische Haushalte im Vergleich zum Vormonat Juli im Schnitt um 0,1 % höher. Der Verbraucherpreisindex (VPI) fiel im Vergleichszeitraum hingegen um 0,2 %. Im Jahresvergleich zeigte sich, dass sich die Energiepreise noch immer auf einem niedrigen Niveau befinden. Der Energiepreisindex (EPI) lag im August 2020 um 6,7 % niedriger als im Jahr zuvor. Der Abstand zum Vorjahr wird jedoch kontinuierlich geringer. Im Mai lag der EPI noch um fast 10 % unter dem Vorjahreswert. Der VPI ist im Jahresvergleich um 1,4 % gestiegen.

Heizölpreis deutlich niedriger als vor einem Jahr

Die Preise für Heizöl gaben im August 2020 um 2,4 % nach. Die Treibstoffpreise verzeichneten hingegen einen leichten Preisanstieg. Superbenzin wies ein Plus von 0,7 % auf, der Dieselpreis legte um 0,2 % zu. Im Vergleich zum Vorjahr befinden sich die Preise der Erdölprodukte weiterhin auf niedrigem Niveau. Heizöl war im Jahresvergleich um 26,4 % billiger, die Preise für Dieselkraftstoff lagen um 13,3 % und jene für Superbenzin um 15,1 % unter dem Vorjahreswert. Dies spiegelt auch die Entwicklung auf den Erdölmärkten wieder: Obwohl der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent im August auf knapp 45 Dollar gestiegen ist, war er damit noch immer um etwa ein Viertel niedriger als im August 2019, als er im Schnitt bei rund 59 Dollar lag.

Paradigmenwechsel am Ölmarkt

Mittlerweile gehen selbst führende Erdölkonzerne nicht mehr davon aus, dass sich die Preise wesentlich und dauerhaft erholen werden. So vertritt etwa BP in dem im September veröffentlichten „Energy Outlook 2020“ die Ansicht, dass das Nachfragemaximum nach Rohöl mit ca. 100 Millionen Barrel pro Tag bereits im vergangenen Jahr 2019 erreicht wurde. Aktuell liegt der Wert bei etwa 90 Millionen Barrel pro Tag. BP zufolge werde die Ölnachfrage nie mehr das „Vor-Covid-19“-Niveau erreichen. Selbst unter der Annahme, dass keine weiteren Maßnahmen zum Klimaschutz getroffen werden, würde das sogenannte „Peak Oil“ im Jahr 2025 erreicht werden. Jedenfalls erwartet BP massive Veränderungen im Zuge des Abschlusses der Ära von Öl, Kohle und Erdgas (Dekarbonisierung). („The global energy system is likely to undergo a fundamental restructuring in order to decarbonize, which will create challenges and opportunities for the industry.“).

Mit solchen Einschätzungen steht BP nicht allein da. Auch Royal Dutch Shell setzt mit dem „Project Reshape“ auf Sparmaßnahmen und Umstrukturierungen, um sich neu zu orientieren und in Zukunft im globalen Wettbewerb um Marktanteile bei erneuerbaren Energien mithalten zu können. Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur, analysiert in diesem Zusammenhang: „Schon 2017 hat Oxford-Professor Dieter Helm in seinem Buch ‚Burn Out‘ argumentiert, dass die Erdölpreise niedrig bleiben und damit fossile Geschäftsmodelle zerstört werden. Heute können wir bei einigen Ölkonzernen einen Paradigmenwechsel beobachten. Sie stellen die entsprechenden Weichen und treffen Investment-Entscheidungen, um in Zukunft wesentliche Player am Markt für erneuerbare Energie zu sein.“

 

Kleine Anpassungen bei Brennholz und Holzpellets

Der Preis für Holzpellets stieg im Monatsvergleich gering um 0,3 %, während der Preis für Brennholz gegenüber dem Vormonat keine Veränderung zeigte. Im Hinblick auf den Vorjahreswert waren die Preise für Holzpellets ebenfalls um 0,3 % höher. Die Preise für Brennholz lagen mit einem Minus von 0,8 % hingegen leicht unter denen des Vorjahrs.

Leichter Preisanstieg bei Strom

Im August erhöhten sich die Preise für Strom um 0,2 %. Diese Steigerung ist auf regionale Preiserhöhungen zurückzuführen. Im Jahresvergleich lagen die Strompreise um 5,3 % über jenen von August 2019. Dieses Preisplus ist neben höheren Energiekosten zu einem Teil auf gestiegene Netzentgelte zurückzuführen (Grafik: So setzt sich der Strompreis für Haushalte zusammen).

Gas- und Fernwärmepreise weiterhin stabil

Die Haushaltspreise für Fernwärme und Gas sind im Monatsvergleich gleich geblieben. Die Fernwärmepreise sind im Jahresvergleich um 0,8 % leicht gesunken. Auch die Gaspreise waren um 1,2 % geringer.

VPI und EPI der letzten 12 Monate

Vergleich Verbraucherpreisindex (VPI) und Energiepreisindex (EPI) der letzten 12 Monate
[Quelle: Statistik Austria, Berechnung: Österreichische Energieagentur]

Leitungsgebundene Energieträger in den letzten 12 Monaten

Vergleich der leitungsgebundenen Energieträger (Strom, Gas, Fernwärme) in den letzten 12 Monaten.
[Quelle: Statistik Austria]

Feste Brennstoffe in den letzten 12 Monaten

Vergleich der Festen Brennstoffe (Brennholz, Holzbriketts, Holzpellets) in den letzten 12 Monaten
[Quelle: Statistik Austria]

Mineralölprodukte in den letzten 12 Monaten

Vergleich der Mineralölprodukte (Heizöl, Eurosuper, Dieseltreibstoff) der letzten 12 Monate
[Quelle: Statistik Austria]

Entwicklung des Rohölpreises (UK-Brent)

Aktuelle Entwicklung des Rohölpreises (UK-Brent)
[Quelle: Energy Information Administration]

Haftungsausschluss

Die Österreichische Energieagentur sowie alle bei der Erstellung der Indices beteiligten Experten haben deren Berechnung sowie inhaltliche Kommentare sorgfältig erstellt. Übermittlungs-/inhaltliche Fehler können dennoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Die Österreichische Energieagentur übernimmt daher keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte, insbesondere in Bezug auf eventuelle unmittelbare oder mittelbare Schäden, die durch die direkte oder indirekte Verwendung der angebotenen Informationen entstehen.

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