Energiepreisindex
Energiepreisindex (EPI) der Österreichischen Energieagentur
Die Österreichische Energieagentur analysiert den monatlich berechneten Energiepreisindex (EPI) für private Haushalte aus den Daten zum Verbraucherpreisindex (VPI) der Statistik Österreich.
Energiepreise im Februar 2026: Deutliches Minus im Jahresvergleich – aktuelle Lage verschärft Ausblick erheblich
DISCLAIMER: Die Auswertungen beziehen sich auf Entwicklungen bis inklusive Februar 2026. Die maßgeblichen Änderungen, die sich durch den Irankrieg ergeben, sind in den Zahlen daher noch nicht dargestellt.
- Holzpellets mit deutlichem Plus im Monats- und Jahresvergleich
- Treibstoffpreise bereits im Februar Preistreiber
- Ausblick auf die bevorstehenden Entwicklungen überschattet den Februar-Rückblick
Wien, 27. März 2026 – Mit Februar sind die Haushaltsenergiepreise insgesamt wieder deutlich gestiegen. Der Energiepreisindex (EPI) stieg im Monatsvergleich Jänner zu Februar um 1,1 %. Im Jahresvergleich bleibt ein Minus von 4,1 %. Die Energiepreise wirkten im Februar folglich noch dämpfend auf die allgemeine Teuerung (diese Daten bilden jedoch die Lage vor der Eskalation im Nahen Osten ab).
Die Endkunden-Preisentwicklungen fielen dabei im Februar je nach Energieträger unterschiedlich aus. Mit Ausnahme von Brennholz und Gas sind die Endkundenpreise im Monatsvergleich für alle Energieträger gestiegen. Insbesondere bei Holzpellets war ein deutlicher Anstieg zu beobachten. Auch die Preise der volkswirtschaftlich bedeutenden Treibstoffe sind im Februar bereits spürbar gestiegen. Trotz der Zuwächse im Februar blieben im Jahresvergleich aber nahezu alle Energieträger weiterhin unter den Werten des Vorjahres. Ausnahmen bildeten Fernwärme und Holzpellets.
Entwicklung der Treibstoffpreise
Die Treibstoffpreise stiegen im Februar, schon vor der Eskalation im Nahen Osten, spürbar an. Superbenzin verteuerte sich gegenüber Jänner um 1,3 % und lag im Jahresvergleich um 5,7 % niedriger. Ein Liter kostete im Durchschnitt 1,49 Euro. Dieseltreibstoff stieg im Monatsvergleich um 2,2 % und war im Jahresabstand 4,7 % günstiger; der Durchschnittspreis lag bei 1,53 Euro pro Liter. Heizöl erhöhte sich im Monatsvergleich um 2,4 % und lag 7,2 % unter dem Vorjahresniveau. Der durchschnittliche Preis betrug 1,08 Euro pro Liter.
Entwicklung der Strom- und Gaspreise
Die Strompreise erhöhten sich im Monatsvergleich um 0,9 % und lagen im Jahresvergleich 7,6 % unter dem Niveau des Februar 2025. Gas blieb im Februar gegenüber Jänner unverändert und war im Jahresabstand um 1,0 % günstiger. Die Fernwärmepreise stiegen um 0,2 % und lagen im Jahresvergleich um 2,8 % höher.
Entwicklung fester Brennstoffe
Bei festen Brennstoffen zeigte sich ein gemischtes Bild. Brennholz verbilligte sich im Monatsvergleich um 0,3 % und lag 1,3 % unter dem Vorjahresniveau. Holzpellets verteuerten sich im Februar deutlich um 8,8 % und lagen 27,0 % über dem Wert des Vorjahres. Der Preisanstieg bei Pellets steht im Zusammenhang mit einer erhöhten Nachfrage, die unter anderem durch verstärkte Heizungsumstellungen ausgelöst wurde.
Energiepreise im Monats- & Jahresvergleich
| Energieträger | Monatsvergleich Februar 2026 - Jänner 2026 | Jahresvergleich Februar 2026 - Februar 2025 |
|---|---|---|
| Brennholz | -0,3 % | -1,3 % |
| Erdgas | 0,0 % | -1,0 % |
| Fernwärme | 0,2 % | 2,8 % |
| Strom | 0,9 % | -7,6 % |
| Super | 1,3 % | -5,7 % |
| Diesel | 2,2 % | -4,7 % |
| Heizöl | 2,4 % | -7,2 % |
| Holzpellets | 8,8 % | 27,0 % |
| Energiepreisindex (EPI) | 1,1 % | -4,1 % |
| Verbraucherpreisindex (VPI) | 0,8 % | 2,2 % |
Energiewirtschaftliche Einordnung der Lage seit März
Die internationale Versorgungssituation ist äußerst angespannt. Die Blockade der Straße von Hormus und die gezielte Zerstörung von Energieinfrastruktur führen kurzfristig zu Engpässen bei Rohöl- und Erdgaslieferungen, die nur begrenzt über alternative Routen ausgeglichen werden können. Die Situation ist durch eine außerordentliche Angebotsverknappung definiert. In dieser Situation können bereits geringfügige Änderungen der verfügbaren Förder- oder Liefermengen sowie Berichte über mögliche Störungen zu deutlichen Preisbewegungen führen. Ursache dafür ist, dass Angebot und Nachfrage auf den Treibstoffmärkten kurzfristig nur sehr begrenzt auf Preissignale reagieren beziehungsweise reagieren können.
Vor diesem Hintergrund ist am Endkundenmarkt in den kommenden Wochen und Monaten mit anhaltend hohen Preisen bei Treibstoffen und steigenden Preisen bei Erdgas zu rechnen. Seriöse Prognosen über das genaue Ausmaß sind jedoch im Moment kaum möglich.
Fachinstitutionen wie die Internationale Energieagentur empfehlen vor diesem Hintergrund vor allem Maßnahmen zur Reduktion des Verbrauchs wie Förderung von Homeoffice, Tempolimits oder Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs. Preisstützende Eingriffe wie Steuersenkungen oder Subventionen können kurzfristig entlasten und akut inflationstreibende Effekte dämpfen. Gleichzeitig hemmen sie jedoch notwendige Verhaltensanpassungen.
„Für die Einordnung der aktuellen Preissituation ist relevant, dass die Energieträger Erdgas und Rohöl in zahlreichen Produktionsschritten, unter anderem auch bei der Lebensmittelproduktion, eine zentrale Kostenkomponente darstellen. Bleibt das Preisniveau im Energiesektor über einen längeren Zeitraum erhöht, können sich diese Kostensteigerungen in weiteren Produktgruppen niederschlagen. Entsprechende Effekte waren in den vergangenen Jahren deutlich zu beobachten. Perspektivisch müssen wir uns also auf die nächste Energiepreiskrise vorbereiten“, analysiert Lukas Zwieb, Experte für Energiewirtschaft der Österreichischen Energieagentur, die aktuelle Lage.
„Die aktuelle Krise führt uns einmal mehr vor Augen, wie verwundbar wir bleiben, solange fossile Importe eine tragende Säule unserer Energieversorgung sind. Jede Kilowattstunde, die wir im Inland aus erneuerbaren Quellen erzeugen, reduziert diese Abhängigkeit. Der Erneuerbaren-Ausbau, begonnen mit der Wasserkraftnutzung, dem Ausbau der Windkraft und der Photovoltaik, war richtig und stärkt bereits unsere Resilienz, reicht aber bei weitem noch nicht aus – die aktuelle Lage muss Anlass sein, ihn zu beschleunigen und Energieeffizienz konsequent voranzutreiben“, betont Franz Angerer, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur.
Information zur Aktualität der Daten
Bei der Veröffentlichung des Energiepreisindex (EPI) der Österreichischen Energieagentur kann es prozessbedingt dazu kommen, dass die Publikation der EPI-Daten sowie deren begleitende Einordnung zeitlich in die Nähe der von der Statistik Austria veröffentlichten Schnellschätzung der Inflation rücken. Trotz dieser zeitlichen Überschneidung beziehen sich die beiden Veröffentlichungen auf unterschiedliche Monate. Während der EPI regelmäßig das davorliegende Monat abbildet und üblicherweise in den letzten Tagen des Folgemonats (u.U. aber auch erst Anfang des übernächsten Monats) erscheint, veröffentlicht Statistik Austria ihre Schnellschätzung bereits in den ersten Tagen des Folgemonats und bezieht sich dabei auf das jüngst abgeschlossene Monat. Diese Differenz in den zugrunde liegenden Bezugszeiträumen ist bei der Interpretation unbedingt zu berücksichtigen, da eine unmittelbare Vergleichbarkeit der Werte sonst zu Fehlinterpretationen führen kann.
Weiterführende Informationen
AEA-Energiepreisindizes für mehr Transparenz
So setzt sich der Strompreis zusammen (Grafik)
Preisfindung im europäischen Großhandel mit Strom – Die „Merit-Order-Kurve“ (Grafik)
Transparenzplattform waermepreise.at
Steigende Energiepreise: Effizient und nachhaltig sparen im Haushalt
Die effizientesten Geräte finden sich in der klimaaktiv Topprodukte-Datenbank
FAQ
Hier finden Sie Antworten zu häufig gestellten Fragen rund um unsere Indizes.
VPI und EPI
Vergleich Verbraucherpreisindex (VPI) und Energiepreisindex (EPI) der letzten Jahre
Quelle: Statistik Austria
Berechnung: Österreichische Energieagentur
Zur Grafik
Leitungsgebundene Energieträger
Vergleich der leitungsgebundenen Energieträger (Strom, Gas, Fernwärme) in den letzten Jahren
Quelle: Statistik Austria
Feste Brennstoffe
Vergleich der festen Brennstoffe (Brennholz, Holzpellets) in den letzten Jahren
Quelle: Statistik Austria
Mineralölprodukte
Vergleich der Mineralölprodukte (Heizöl, Eurosuper, Dieseltreibstoff) in den letzten Jahren
Quelle: Statistik Austria
Entwicklung des Rohölpreises (UK-Brent)
Aktuelle Entwicklung des Rohölpreises (UK-Brent)
Quelle: Energy Information Administration
Haftungsausschluss
Die Österreichische Energieagentur sowie alle bei der Erstellung der Indices beteiligten Expertinnen und Experten haben deren Berechnung sowie inhaltliche Kommentare sorgfältig erstellt. Übermittlungs-/inhaltliche Fehler können dennoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Die Österreichische Energieagentur übernimmt daher keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte, insbesondere in Bezug auf eventuelle unmittelbare oder mittelbare Schäden, die durch die direkte oder indirekte Verwendung der angebotenen Informationen entstehen.