Energiepreisindex
Energiepreisindex (EPI) der Österreichischen Energieagentur
Die Österreichische Energieagentur analysiert den monatlich berechneten Energiepreisindex (EPI) für private Haushalte aus den Daten zum Verbraucherpreisindex (VPI) der Statistik Österreich.
Iran-Krieg treibt Sprit- und Heizölpreise, Strompreise sinken
- Energiepreise steigen im April um 2,6 %
- Hohe Rohölpreise belasten Haushalte und Wirtschaft
- Strompreise für Haushalte weiterhin rückläufig
Wien, 27. Mai 2026 - Im April standen die Energiepreise weiterhin im Zeichen des Iran-Kriegs. Ausschlaggebend war insbesondere die militärische Blockade der Straße von Hormus im Persischen Golf und die daraus resultierenden Störungen der internationalen Lieferketten. Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten globalen Transportrouten für Rohöl und LNG. Vor dem Hintergrund lediglich begrenzter diplomatischer Fortschritte stabilisierte sich das Preisniveau bei deutlich über 100 US-Dollar pro Barrel.
Energiepreise im Monats- und Jahresvergleich
| Energieträger | Monatsvergleich April 2026 – März 2026 | Jahresvergleich April 2026 – April 2025 |
|---|---|---|
| Strom | -3,3 % | -10,2 % |
| Holzpellets | -0,8 % | 28,3 % |
| Brennholz | -0,3 % | 2,3 % |
| Fernwärme | -0,1 % | 2,2 % |
| Erdgas | 0,5 % | 3,8 % |
| Super | 2,8 % | 16,7 % |
| Diesel | 10,1 % | 37,2 % |
| Heizöl | 12,6 % | 62,6 % |
| Energiepreisindex (EPI) | 2,3 % | 10,7 % |
| Verbraucherpreisindex (VPI) | 0,4 % | 3,4 % |
Nach dem spürbaren Anstieg im März erhöhten sich die Energiepreise für Haushaltskunden auch im April erneut deutlich. Gegenüber dem Vormonat stieg der Energiepreisindex um 2,6 %, im Jahresvergleich lag der Anstieg bei 10,7 %. Damit bleiben Energiepreise ein wesentlicher Treiber der allgemeinen Teuerung. Anders als in den vergangenen Jahren gingen die stärksten Preisimpulse diesmal jedoch nicht von den Gas- und Strommärkten aus, sondern von den internationalen Rohölmärkten. Besonders betroffen waren Heizöl, Diesel und Superbenzin. Da Mineralölprodukte zudem in zahlreichen Wertschöpfungsketten eine zentrale Rolle spielen, wirkten sich die Preissteigerungen auch auf weitere Bereiche aus. Beispielhaft dafür sind beobachtbare Preissteigerungen bei Flugtickets.
Entwicklung der Treibstoffpreise
Die Preise für mineralölbasierte Energieträger stiegen im April erneut kräftig an. Besonders deutlich fiel der Anstieg bei Diesel und Heizöl aus. Im Monatsvergleich verteuerte sich Superbenzin um 2,8 %, Diesel um 10,1 %. Damit überschritten sowohl Superbenzin als auch Diesel die Marke von 2 Euro pro Liter. Die Heizölpreise erhöhten sich gegenüber dem Vormonat um 12,6 %.
Im Jahresvergleich lagen die Preise für Superbenzin um 16,7 % und für Diesel um 37,2 % über dem Niveau des Aprils 2025. Heizöl verteuerte sich im selben Zeitraum um 62,6 %.
Die weitere Entwicklung auf den Energiemärkten bleibt schwer abschätzbar. Auch bei einer formalen Öffnung der Straße von Hormus wäre kurzfristig nicht mit einer raschen Normalisierung der Versorgung mit Rohöl und Flüssiggas zu rechnen, da sich Logistik- und Produktionsketten voraussichtlich nur schrittweise erholen würden.
„Solange ein Großteil unseres Verkehrs und Teile unserer Wärmeversorgung an Rohöl hängen, schlagen Krisen wie die aktuelle unmittelbar auf die Preise durch. Der April führt das vor Augen: Wer auf heimische erneuerbare Energie und elektrische Anwendungen wie E-Autos oder Wärmepumpen umsteigt, macht sich von den Importrisiken Schritt für Schritt unabhängiger“, erklärt Lukas Zwieb, Energieexperte der Österreichischen Energieagentur.
Entwicklung der Strom- und Gaspreise
Während die Großhandelspreise für Erdgas und Rohöl zuletzt deutlich anzogen, zeigen sich die Strompreise für Endkunden bislang weitgehend stabil beziehungsweise leicht rückläufig. Maßgeblich dafür sind saisonale Angebotsfaktoren, insbesondere die hohe Einspeisung aus Photovoltaik- und Wasserkraftanlagen im Frühjahr und Sommer. Zusätzlich wirken regulatorische Effekte dämpfend, wie etwa reduzierte Netztarife in den Mittagsstunden im Sommerhalbjahr (Sommer‑Niederarbeitspreis) sowie die Senkung der Elektrizitätsabgabe im Jahr 2026.
Die Strompreise sanken im April gegenüber dem Vormonat um 3,3 % und lagen damit um 10,2 % unter dem Niveau des Aprils 2025. Die Endkundenpreise für Erdgas stiegen im Monatsvergleich hingegen leicht um 0,5 %. Im Jahresvergleich verteuerte sich Erdgas um 3,8 %. Die Fernwärmepreise gingen gegenüber März geringfügig um 0,1 % zurück und lagen im Jahresvergleich um 2,2 % höher.
Entwicklung fester Brennstoffe
Die Preise für Brennholz sanken im April gegenüber dem Vormonat um 0,3 %, lagen jedoch weiterhin um 2,3 % über dem Niveau des Aprils 2025. Holzpellets verbilligten sich im Monatsvergleich um 0,8 %. Im Jahresvergleich ergab sich dennoch ein deutlicher Preisanstieg von 28,3 %.
Information zur Aktualität der Daten
Bei der Veröffentlichung des Energiepreisindex (EPI) der Österreichischen Energieagentur kann es prozessbedingt dazu kommen, dass die Publikation der EPI-Daten sowie deren begleitende Einordnung zeitlich in die Nähe der von der Statistik Austria veröffentlichten Schnellschätzung der Inflation rücken. Trotz dieser zeitlichen Überschneidung beziehen sich die beiden Veröffentlichungen auf unterschiedliche Monate. Während der EPI regelmäßig das davorliegende Monat abbildet und üblicherweise in den letzten Tagen des Folgemonats (unter Umständen aber auch erst Anfang des übernächsten Monats) erscheint, veröffentlicht Statistik Austria ihre Schnellschätzung bereits in den ersten Tagen des Folgemonats und bezieht sich dabei auf das jüngst abgeschlossene Monat. Diese Differenz in den zugrunde liegenden Bezugszeiträumen ist bei der Interpretation unbedingt zu berücksichtigen, da ein unmittelbarer Vergleich der Werte sonst zu Fehlinterpretationen führen kann.
Weiterführende Informationen
AEA-Energiepreisindizes für mehr Transparenz
So setzt sich der Strompreis zusammen (Grafik)
Preisfindung im europäischen Großhandel mit Strom – Die „Merit-Order-Kurve“ (Grafik)
Transparenzplattform waermepreise.at
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Die effizientesten Geräte finden sich in der klimaaktiv Topprodukte-Datenbank
FAQ
Hier finden Sie Antworten zu häufig gestellten Fragen rund um unsere Indizes.
VPI und EPI
Vergleich Verbraucherpreisindex (VPI) und Energiepreisindex (EPI) der letzten Jahre
Quelle: Statistik Austria
Berechnung: Österreichische Energieagentur
Zur Grafik
Leitungsgebundene Energieträger
Vergleich der leitungsgebundenen Energieträger (Strom, Gas, Fernwärme) in den letzten Jahren
Quelle: Statistik Austria
Feste Brennstoffe
Vergleich der festen Brennstoffe (Brennholz, Holzpellets) in den letzten Jahren
Quelle: Statistik Austria
Mineralölprodukte
Vergleich der Mineralölprodukte (Heizöl, Eurosuper, Dieseltreibstoff) in den letzten Jahren
Quelle: Statistik Austria
Entwicklung des Rohölpreises (UK-Brent)
Aktuelle Entwicklung des Rohölpreises (UK-Brent)
Quelle: Energy Information Administration
Haftungsausschluss
Die Österreichische Energieagentur sowie alle bei der Erstellung der Indizes beteiligten Expertinnen und Experten haben deren Berechnung sowie inhaltliche Kommentare sorgfältig erstellt. Übermittlungs-/inhaltliche Fehler können dennoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Die Österreichische Energieagentur übernimmt daher keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte, insbesondere in Bezug auf eventuelle unmittelbare oder mittelbare Schäden, die durch die direkte oder indirekte Verwendung der angebotenen Informationen entstehen.