Header image

Energiepreisindex

Energiepreis­index (EPI) der Österreichischen Energieagentur

Die Österreichische Energieagentur analysiert den monatlich berechneten Energiepreisindex (EPI) für private Haushalte aus den Daten zum Verbraucherpreisindex (VPI) der Statistik Österreich.

Höhere Treibstoffpreise lassen Energiepreisindex im Juli steigen

  • Energiepreisindex liegt um 1,1 % über dem Vormonat und um 5,7 % über dem Vorjahresniveau
  • Geopolitische Unsicherheiten und wetterbedingte Einschränkungen belasten die europäischen Energiemärkte
     

Wien, 31. August 2026 – Die Energiepreise stiegen im Juli gegenüber Juni um 1,1 %. Im Jahresvergleich lagen sie um 5,7 % über dem Niveau von Juli 2025. Damit fiel der Anstieg der Energiepreise weiter stärker aus als jener der allgemeinen Teuerungsrate. Energiepreise bleiben also weiterhin ein relevanter Preistreiber. Die Entwicklung der einzelnen Energiepreise verlief im Juli unterschiedlich. Während die Preise für Strom und Gas gegenüber Juni zurückgingen, verteuerten sich Heizöl, Holzpellets, Brennholz sowie die beiden Treibstoffe Diesel und Superbenzin.

Energiepreise im Monats- und Jahresvergleich

Quelle: Statistik Austria | Berechnung: Österreichische Energieagentur
Energieträger Monatsvergleich Juli 2026 – Juni 2026 Jahresvergleich Juli 2026 – Juli 2025
Strom -0,8 % -10,4 %
Erdgas -0,6 % 4,6 %
Fernwärme 0,2 % 2,1 %
Heizöl 2,3 % 26,9 %
Brennholz 2,5 % 5,2 %
Holzpellets 2,8 % 31,3 %
Diesel 3,0 % 19,3 %
Super 3,2 % 15,1 %
Energiepreisindex (EPI) 1,1 % 5,7 %
Verbraucherpreisindex (VPI) 0,0 % 2,8 %

Entwicklung der Strom- und Gaspreise

Die Strompreise für Haushalte gingen im Juli gegenüber Juni um 0,8 % zurück. Im Jahresvergleich lagen sie um 10,4 % unter dem Niveau von Juli 2025. Auch die Gaspreise sanken gegenüber dem Vormonat um 0,6 %, lagen jedoch um 4,6 % über dem Vorjahresniveau. Die Preise für Fernheizung stiegen im Monatsvergleich um 0,2 % und lagen um 2,1 % über dem Niveau von Juli 2025.

„Europas Energiemärkte geraten derzeit aus zwei Richtungen unter Druck. Einerseits führen die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran um die Straße von Hormus zu Unsicherheit auf den internationalen Öl- und Gasmärkten und erhöhen die Kosten. Andererseits stellt der Klimawandel die europäische Energieversorgung vor neue Herausforderungen. Hitze, Trockenheit und niedrige Wasserstände beeinträchtigen aktuell die Stromerzeugung aus Wasser- und Kernkraft, während gleichzeitig der Strombedarf für Kühlung steigt, was einen höheren Bedarf an fossiler Stromerzeugung zur Folge hat“, sagt Lukas Zwieb, Energieexperte der Österreichischen Energieagentur. 

Diese Entwicklungen tragen dazu bei, dass die europäischen Gasspeicher langsamer befüllt wurden als in den Vorjahren. „Die Terminmärkte rechnen deshalb weiterhin mit erhöhten Strom- und Gaspreisen. Da die Endkundenmärkte den Großhandelsmärkten üblicherweise zeitverzögert folgen und die Hochpreisphase nun bereits sechs Monate anhält, ist insbesondere bei Erdgas in den kommenden Monaten mit Preissteigerungen im Endkundenbereich zu rechnen“, so Zwieb. 

Entwicklung der Treibstoffpreise

Die Treibstoffpreise stiegen im Juli gegenüber dem Vormonat erneut. Diesel verteuerte sich um 3,0 %, Superbenzin um 3,2 %. Im Vorjahresvergleich lagen die Preise weiterhin deutlich über dem Niveau des Juli 2025. Diesel war um 19,3 % teurer als ein Jahr zuvor, Superbenzin kostete um 15,1 % mehr. Damit bleiben Treibstoffe auch die relevanten Preistreiber unter den Energieträgern. Aus heutiger Sicht ist nach der Entspannung im Juni wieder ein deutlicher Anstieg der Preise beobachtbar. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen sich daher vorerst auf ein weiterhin hohes Preisniveau einstellen. Die Preise für Heizöl stiegen im Juli gegenüber Juni ebenfalls deutlich an und lagen um 2,3 % höher. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verteuerte sich Heizöl um 26,9 % und lag damit deutlich über dem Niveau des Juli 2025.

Entwicklung der festen Brennstoffe

Die Preise für feste Brennstoffe erhöhten sich im Juli. Holzpellets verteuerten sich gegenüber Juni um 2,8 %, Brennholz um 2,5 %. Im Jahresvergleich lagen die Preise für Holzpellets um 31,3 % und jene für Brennholz um 5,2 % über dem Niveau von Juli 2025. Holzpellets verzeichneten damit den stärksten Preisanstieg unter den Energieträgern.

Information zur Aktualität der Daten

Bei der Veröffentlichung des Energiepreisindex (EPI) der Österreichischen Energieagentur kann es prozessbedingt dazu kommen, dass die Publikation der EPI-Daten sowie deren begleitende Einordnung zeitlich in die Nähe der von der Statistik Austria veröffentlichten Schnellschätzung der Inflation rücken. Trotz dieser zeitlichen Überschneidung beziehen sich die beiden Veröffentlichungen auf unterschiedliche Monate. Während der EPI regelmäßig das davorliegende Monat abbildet und üblicherweise in den letzten Tagen des Folgemonats (unter Umständen aber auch erst Anfang des übernächsten Monats) erscheint, veröffentlicht Statistik Austria ihre Schnellschätzung bereits in den ersten Tagen des Folgemonats und bezieht sich dabei auf das jüngst abgeschlossene Monat. Diese Differenz in den zugrunde liegenden Bezugszeiträumen ist bei der Interpretation unbedingt zu berücksichtigen, da ein unmittelbarer Vergleich der Werte sonst zu Fehlinterpretationen führen kann.

 

Weiterführende Informationen

AEA-Energiepreisindizes für mehr Transparenz

Strompreisindex-Gruppe

Gaspreisindex-Gruppe

So setzt sich der Strompreis zusammen (Grafik)

Preisfindung im europäischen Großhandel mit Strom – Die „Merit-Order-Kurve“ (Grafik)

Transparenzplattform waermepreise.at

Steigende Energiepreise: Effizient und nachhaltig sparen im Haushalt

Die effizientesten Geräte finden sich in der klimaaktiv Topprodukte-Datenbank

FAQ

Hier finden Sie Antworten zu häufig gestellten Fragen rund um unsere Indizes.

FAQ Indizes

VPI und EPI

Vergleich Verbraucherpreisindex (VPI) und Energiepreisindex (EPI) der letzten Jahre
Quelle: Statistik Austria
Berechnung: Österreichische Energieagentur

Zur Grafik

Leitungsgebundene Energieträger

Vergleich der leitungsgebundenen Energieträger (Strom, Gas, Fernwärme) in den letzten Jahren
Quelle: Statistik Austria

Zur Grafik

Feste Brennstoffe

Vergleich der festen Brennstoffe (Brennholz, Holzpellets) in den letzten Jahren
Quelle: Statistik Austria

Zur Grafik

Mineralölprodukte

Vergleich der Mineralölprodukte (Heizöl, Eurosuper, Dieseltreibstoff) in den letzten Jahren
Quelle: Statistik Austria

Zur Grafik

Entwicklung des Rohölpreises (UK-Brent)

Aktuelle Entwicklung des Rohölpreises (UK-Brent)
Quelle: Energy Information Administration

Zur Grafik

Haftungsausschluss

Die Österreichische Energieagentur sowie alle bei der Erstellung der Indizes beteiligten Expertinnen und Experten haben deren Berechnung sowie inhaltliche Kommentare sorgfältig erstellt. Übermittlungs-/inhaltliche Fehler können dennoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Die Österreichische Energieagentur übernimmt daher keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte, insbesondere in Bezug auf eventuelle unmittelbare oder mittelbare Schäden, die durch die direkte oder indirekte Verwendung der angebotenen Informationen entstehen.